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Erfolgreiches Internet-Marketing für Mediatoren.

Veröffentlicht im Infoblatt des Bundesverband Mediaton e.V., Nr. 8 und im Newsletter des Bundesverband Mediation in Wirtschaft und Arbeitswelt e.V. Nr. 2/99

 

Seid umschlungen Millionen (von Web-Surfern)

Das Internet ist auch für Mediatoren ein wichtiges Marketinginstrument. Nirgends sonst kann man so leicht, zielgerecht und so billig werben wie im World Wide Web! Allerdings hat das Web seine eigenen, speziellen Regeln, die man für einen erfolgreiche Internetauftritt kennen sollte. Daher hier einige Hinweise für alle, die mit dem Gedanken spielen, eine eigene Homepage ins Internet zu stellen. Die Tips sind aus eigener leidvoller Surf-Erfahrung und meiner Recherche zum Internetmarketing entstanden (für Uneingeweihte: Das Herumfahren im Internet nennt man „Surfen").

Grundsätzlich möchte ich allen empfehlen, sich vor dem eigenen Internetauftritt über die „Regeln und Gesetze" des Internet zu informieren. Dazu gibt es mittlerweile viele Zeitschriften, Literatur und (natürlich) Informationen im Internet, z.B. die „Goldenen Regeln fürs Internet" (www.karzauninkat.com/goldhtml/) oder die „Homepage-Werkstatt" (http://home.t-online.de/home/WernMannsd/homepage.htm)

 

Homepage kostenlos?

Das ist möglich, weil es durch Werbung finanzierte Server gibt, auf denen Ihr Eure Seite kostenlos ins Netz stellen könnt. Der „Preis" dafür ist meist ein mehr oder weniger großes Werbebanner auf Eurer Homepage. Ein umfangreiches Angebot von kostenlosen Providern (=Anbietern von Internet-Adressen) findet Ihr unter www.kostenlos.de. Empfehlen kann ich die Crosswinds Internet Communities, zu finden unter www.crosswinds.net oder den deutschen Provider Freepage unter www.freepage.de. Bei den kostenlosen Anbietern (oder wenn Ihr die Homepage bei Eurem Provider, z.B. T-Online, AOL etc. ins Netz stellt) bekommt Ihr eine meist sehr lange Homepageadresse, z.B. www.freepage.de/homepages/name/. Das sieht natürlich nicht sehr „professionell" aus. Wer eine eigene Adresse nach dem Muster www.name.de möchte (sog. Denic-Adresse), muß diese bei einem kommerziellen Anbieter kaufen. Das kostet mittlerweile nicht mehr die Welt, sondern zwischen einer und ungefähr 50 Mark monatlich, je nach Größe, Ausstattung etc. Ein Blick in eine Internetzeitschrift hilft bei der Suche nach einem kommerziellen Anbieter weiter.

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Homepage wertlos?

Wenn klar ist, wo Eure Seite erscheinen soll, bleiben die wichtigen Fragen des Inhalts und der Form. Wer schon im Internet unterwegs war, wird gesehen haben, dass beim Webseitendesign von „schlicht und ergreifend" bis „grafisch bombastisch" alles möglich ist. In diesem Zusammenhang solltet Ihr daran denken, dass bei allen Besucherinnen der Gebührenzähler unerbittlich tickt, während sie darauf warten, dass die Seite geladen wird. Ungünstig sind deshalb viele große, d.h. speicherintensive Grafiken (Fotos) und (sehr) lange Texte auf einer Seite. Die technischen Möglichkeiten verlocken zu grafisch perfekt gestylten Seiten mit hüpfenden Logos und sich drehenden Buttons unterlegt mit Mozartklängen. Die Geschmäcker sind auch da verschieden. Internet-Fachmenschen sagen, dass erfolgreiche Seiten eher textintensiv sind und relativ wenige Grafiken haben.

Die wichtigste Regel für den Inhalt Eurer Homepage lautet: Ohne Nutzen für die Besucher ist die Seite wertlos! Im Internet herrscht die schöne Sitte, dass hier kostenlos Informationen und Dienstleistungen angeboten werden, die woanders Geld kosten! Getreu dem Motto „Das Universum ist großzügig, seid es auch", möchten die Besucher auf einer Homepage nicht nur platte Eigenwerbung finden, sondern ihre Bedürfnisse nach Information, Unterhaltung, Spaß, Unterstützung etc. befriedigen. Wenn Ihr also nicht wollt, dass Eure Seite im Netz versauert, dann sorgt Euch um Eure künftigen Besucherinnen. Keine Ideen? Wir bieten beispielsweise auf unserer Homepage u.a. eine kommentierte Linkliste, Buchvorstellungen, aktuelle Veröffentlichungen, einen kostenlosen Beratungsservice per E-Mail, die Rubrik „Erste Hilfe im Konflikt". Ich würde mir ein Diskussionsforum für Mediatoren wünschen, einen Marktplatz der Ideen, interessante Fallbeispiele aus der Praxis, einen Suchdienst für Mediatoren, Supervision per E-Mail (?), ...

 

Navigation tut not

Eine Homepage ist kein Buch! Niemand liest alle Texte brav der Reihenfolge nach und auch das „Rumblättern" für einen schnellen Überblick ist im Internet schwieriger. Auf dem Bildschirm wirkt ein „normaler" mehrseitiger Text schnell chaotisch und unübersichtlich. Nach ein paar Mausklicks zu anderen Seiten findet man sich nicht mehr zurecht. Eine übersichtliche „Navigationsleiste" am Anfang und Ende jeder Seite ist enorm hilfreich und erspart Euren Besuchern Zeit und Ärger. In langen Texten ist es sinnvoll, immer mal wieder einen Link „Zurück an den Anfang" einbauen, damit man nicht so viel scrollen muß.

Das Internet lebt von den Links, den Querverweisen auf andere Inhalte und Seiten. Beliebt sind Listen mit ausgesuchten „Lieblings-Links", die dem Besucher Lust zum „Weiterklicken" machen, denn darin liegt ja gerade der Reiz des Internet. Da die Links standardmäßig unterstrichen sind, solltet Ihr die Unterstreichung als normale Hervorhebung in Texten vermeiden.

Es ist eine gute Idee, sich vorher Gedanken über den Inhalt und den logischen Aufbau zu machen. Zeigt die fertige Seite Freunden und Bekannten und fragt sie, ob sie mit den Inhalten, der Struktur, den Links etc. zurechtkommen.

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HTML-Programmierung? Keine Panik!

Niemand muß heutzutage mehr die „Internet-Sprache" HTML (Hyper Text Markup Language) lernen, um eine Homepage zu erstellen. Dafür gibt es genug Programme, die so einfach zu bedienen sind wie eine Textverarbeitung (z.B. Frontpage, Claris Homepage). Wer im Internet sucht, findet bestimmt eine kostenlose (Demo-)Version. Die Internet-Browser „Internet Explorer" und „Netscape" haben einen Editor gleich eingebaut, der für einfache Anwendungen ausreicht. Für etwas aufwendigere Seiten ist es hilfreich, Grundkenntnisse in HTML zu besitzen - eine Einführung gibt es ... na? im Internet natürlich unter www.teamone.de/selfhtml.

 

Besucherlein kommet

Wenn die Seite steht und ausgiebig (!) auf dem eigenen Computer getestet wurde, könnt Ihr sie auf den Rechner Eures Providers (z.B. T-Online. AOL, Crosswinds oder kommerzielle Anbieter) „hochladen" - und dann können Millionen von Menschen Eure Homepage lesen. Damit sie leicht gefunden und oft besucht wird, solltet Ihr Eure Seite bei den zahlreichen Suchdiensten anmelden. Das könnt Ihr entweder „per Hand" machen, oder das Internet erledigt das für Euch. Der „Fritz-Service" hilft Euch (kostenlos!) beim Eintragen in den vielen Suchdiensten (www.fritz-service.com/de/).

Eine weitere schöne Methode, um die eigene Seite bekannt zu machen, ist es, selbst im Internet aktiv zu sein, und dem Anbieter von Seiten, die Euch gefallen haben, eine Mail zu schicken mit einem (ehrlichen gemeinten!) Dankeschön für sein tolles Angebot. Wenn Ihr dann noch darauf hinweist, dass Ihr seine Adresse in Eure Linksammlung aufnehmt, fühlt er sich natürlich wertgeschätzt - und wird auf Eurer Homepage, deren Adresse Ihr an das Ende Eurer Mail hängt, nachsehen! Auf diese Weise verbreitet sich die Nachricht von guten Web-Adressen in Windeseile zum Nutzen aller! (Dieser Tipp stammt übrigens von Dr. Hans-Peter Zimmermann, auf dessen Homepage www.hpz.com eine Unmenge von interessanten Tips und Texten zum Thema Marketing, Werbung, Internet, Hypnotherapie u.a. zu finden sind!)

 

Aus dem Rechner, aus dem Sinn?

Jede Seite Eurer Internetpräsentation sollte das Datum der letzten Aktualisierung enthalten. So sehen die Besucherinnen sofort, ob die Informationen aktuell sind. Daraus folgt? Genau, Eure Homepage bedarf der „Pflege", soll heißen, regelmäßiger Aktualisierungen und Erweiterungen. Vielleicht habt Ihr einen Artikel geschrieben, ein interessantes Seminar besucht, einen spannenden Fall zu beschreiben... Neuigkeiten gibt es immer - und die müssen auf Eure Homepage. Schließlich wollt Ihr, dass Eure Besucher auch wiederkommen.

Natürlich ist es interessant zu wissen, wieviele Besucher Eure Homepage hat. Wer eine Denic-Adresse (www.name.de) bei einem kommerziellen Anbieter hat, bekommt eine ausführliche Statistik über die Besucherzahlen geliefert. Bei den kostenlosen Homepages, die Provider wie T-Online, AOL o.a. ermöglichen, gibt es dies nicht. Hier könnt Ihr jedoch selbst einen Besucherzähler installieren, der jeden Zugriff auf Eure Seite registriert. Auch wenn die „Sie sind der xxx.Besucher meiner Seite"-Einblendungen wohl eher dem Ego des Besitzers als dem Besucher dienen, so sind sie doch weit verbreitet. Bedenkenswert ist, dass ein solcher Zähler die Ladezeiten der Seiten teilweise erheblich verlängert, da der Zähler jedesmal zusätzlich von einer anderen Adresse geladen werden muß. Eine große Auswahl von (teilweise kostenlosen) Zugriffszählern sind bei www.infostar.de/webindex/tip.htm oder bei www.buschi.com zu finden. Sehr bekannt sind die Zähler der Firma CounterMania, die Ihr kostenlos bekommt (www.countermania.de/stat/) und die auch Statistiken anbieten.

 

Lohnt sich eine Homepage?

Ohne Frage ist der Computer-Verbund, den das Internet darstellt, die Kommunikationstechnik der Zukunft. Wir führen heute schon 20-30% unserer Korrespondenz via E-Mail und Internet - von der Informationssuche im Web ganz abgesehen. Eine Visitenkarte im Netz zu haben, ist da nur die logische Konsequenz. Der kommerzielle Nutzen unserer Homepage läßt sich nur grob abschätzen. Unsere (noch recht neue) Internetpräsentation hat zur Zeit ca. 300-500 Besucher pro Monat. Das sind jeden Monat mehrere Hundert interessierte Leser und potentielle Klienten. Macht im Jahr kanpp 5000 potentielle Kunden und Multiplikatoren, die über unser Institut lesen und sich informieren. Das Ganze kostet uns knapp 15 DM im Monat. Wer schon mal eine kommerzielle Annonce aufgegeben hat, weiß, dass man dafür z.B. in der Tageszeitung einmalig (!) eine Anzeige im Format von ca. 3*45 mm oder in einer kleinen Werbebroschüre ungefähr eine „Zweiundreißigstelseite" bekommt! Na, immer noch am Überlegen?

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Letztes Update: 12.06.07
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