Auftragsklärung für die Team-Mediation (in Organisationen)
Team-Mediationen sind wahrscheinlich die „Kür“ für alle Mediatoren. Eine gute Vorbereitung ist auf jeden Fall hilfreich, für die Arbeit in (hierarchischen) Organisationen ist sie unabdingbar, wenn man nicht zahlreiche Fettnäpfchen tappen möchte.
Einen kurzen Leitfaden für die Auftragsklärung finden Konfliktberater hier, und hier eine Auswahl an Fragen für die Auftragsklärung, die sich in der Praxis bewährt haben.
By the way, das beste Praxisbuch für diese Arbeit ist immer noch die „Klärungshilfe 2“ (früher „Klärungshilfe im Beruf“) von Christoph Thomann.
Ganz neu ist jetzt das „Klärungshilfe 3 – Praxisbuch“ erschienen, dass einen Fall aus der Mediationspraxis im Detail beschreibt.
Spiral Dynamics – endlich auf Deutsch erhältlich

Das Grundlagenwerk zu Spiral Dynamics ist bald auch auf Deutsch erhältlich.
Der Verlag Kamphausen bringt das Buch von Beck/Cowan in der Reihe „Inspire“ heraus und man erhält es bei Bestellung bis 15.7. zum Subskriptionspreis von Euro 30,-.
Hier zu bestellen.
Lebensbereichernde Schulen schaffen – Seminar mit Marianne Göthlin / Schweden

Erstmals in Deutschland wird Marianne Göthlin, Lehrerin und zert. Trainerin für gewaltfreie Kommunikation aus Stockholm über ihre Erfahrungen an der vor neun Jahren gegründeten Skarpneck-Giraffenschule berichten.
Aus dem Ankündigungstext:
„Dieses Seminar wendet sich an PraktikerInnen in Schulen und Kindergärten mit einer soliden Grundlage in der Gewaltfreien Kommunikation (mindestens 8 Trainingstage). Wir wollen uns intensiv mit den Möglichkeiten befassen, wie wir wirklich lebensbereichernde Systeme schaffen können bzw. zu deren Entstehung beitragen können. Dabei geht es sowohl um die Gründung und Umgestaltung ganzer Einrichtungen als auch um die Schaffung von lebensbereichernden Inseln in bestehenden Einrichtungen. Das Seminar wendet sich deshalb sowohl an LehrerInnen, ErzieherInnen, SchulsozialarbeiterInnen als auch an GFK-begeisterte Menschen, die GFK von extern in die Einrichtungen bringen möchten. Dabei wird Marianne aus ihrer langjährigen Erfahrung aus einer der (wenigen) Schulen berichten, die wirklich auf den Grundlagen der GFK aufbaut.“
Infos und Anmeldung auf der Seite von Gerhard Rothhaupt, Visionen und Wege
Mehr"The Secret" – wenn tiefe Weisheit zu unsäglicher Flachheit wird…
Nachdem nun mit „The Secret – Law of attraction“ die nächste „Wunscherfüllungsmaschine“ anläuft (nach den „Bestellungen beim Universum“ und ähnlichem) und diese Welle auch vor TeilnehmerInnen unserer Seminaren nicht haltmachen wird, muss ich dies hier einfach mal loswerden:
Leute, merkt Ihr denn nicht, dass hinter den Versprechungen in „The Secret“ ein im besten Falle kindlich-naiver und im schlimmsten Falle psycho-pathologischer „Mein-Ego-steuert-die-Welt-Glaube“ steht. „Bewiesen“ werden die Behauptungen im Film oder im gleichnamigen Buch von Rhonda Byrne durch eine wilde Mischung aus verflachter spirtueller Weisheit, aus dem Kontext gerissenen Erkenntnissen der Quantenphysik und den ewig gleichen Predigten amerikanischer Erfolgsautoren wie z.B. „World’s #1 Coach“ Bob Proctor.
Ist es so schwer zu erkennen, das dahinter schlichte Geldmacherei steckt? Warum wohl führt ein dicker Link auf „Secret-Germany“ zur Seite „SGR“ = „The secret of getting rich“?
Ist es so schwer zu sehen, dass das 1.995 Dollar Packet „The science of getting rich“ ein cleveres Franchise-System ist nach dem Motto, Du kaufst mein schlaues Packet und ich zeige Dir, wie Du es an andere verkaufst? Was glaubt Ihr, wer damit hauptsächlich reich wird?
Was ich allerdings wirklich schmerzhaft finde ist die Tatsache, dass durch derartige Filme und Bücher die tiefe Weisheit, die hinter dem „Gesetz der Anziehung“ steht, verflacht und entweiht wird. Es beginnt schon damit, dass diese Erkenntnis nie ein Geheimnis war, wie dies im Film suggeriert wird um dem Ganzen den Anstrich des Magisch-Geheimnisvollen zu geben.
Hinter dem „Gesetz der Anziehung“ steht die uralte Erkenntnis, dass unsere Stimmung, unsere Gedanken und Gefühle Einfluss auf andere Menschen haben und damit wieder auf uns selbst und auf „unsere Welt“ zurückwirken. „Wer Gewalt sät, wird Gewalt ernten“ ist nur ein Ausdruck davon.
Diese Einsicht, die nicht ohne Grund von vielen Weisheitstraditionen und Religionen dieser Welt im Kern geteilt wird, ist eine weise psychologische Erkenntnis , die jedoch sicher nicht dazu gedacht war, Menschen ihre „5-Millionnen-Dollar-Villa“ zu finanzieren (wie Jack Canfield im Film „The secret“ stolz verkündet)!
Vielmehr sollte damit uns Menschen vor Augen geführt werden, dass jeder von uns eine Mitverantwortung für den Zustand dieser Welt trägt, für die Aufrechterhaltung von Gewalt, Hass und Unterdrückung. Da wir Menschen alle in emotionaler Resonanz stehen üben wir durch unsere Innenwelt direkten Einfluss auf unsere Mitmenschen aus. Dies wurde mittlerweile auch neurophysiologisch nachgewiesen („Spiegelneuronen“). Daher drückt der Satz „Wer Gewalt sät (also in sich trägt), wird Gewalt ernten (also erleben)“ helle Weisheit und tiefen Sinn aus – wohingegen der Satz „Wer das Geheimnis kennt, kann alles im Leben erreichen: Wohlstand, Geld, Gesundheit und Glück“ („The secret“) dunkelste Verblendung und tiefster Unsinn ist.
Das „Gesetz der Anziehung“ hat vor allem Wirkung auf der gleichen oder naheliegenden Bewustseinsebenen, also zwischen Menschen und/oder höheren Lebewesen. Schon auf der Ebene zellulärer Vorgänge (also des Körpers) hat die innere Einstellung zwar durchaus Einfluss (wie viele medizinische Studien belegen) aber dieser Einfluss ist bei weitem nicht so simpel kausal („denke Dich gesund“), wie er im Film dargestellt wird.
Die innere Einstellung eines Menschen mag auch noch einen nachweisbaren Einfluss auf seine Haustiere (naheliegende Besussteinsform) haben, aber schon bei der ihn direkt umgebenen Materie scheinen die meisten Menschen Schwierigkeiten zu haben mit der Beeinflussung, oder nicht? Wann hat wohl jemand den Hausputz allein durch eine „klare innere Vorstellung von einem sauberen Haus“ erledig? Da hilft halt nur, den Besen in die Hand zu nehmen und den Dreck wegzukehren – und was Du dabei denkst ist dem Dreck wahrscheinlich ziemlich egal, fürchte ich.
Sehr schade und sehr überflüssig, dass „The secret“ den Zeitgeist ausnutzt, um Sinn und Sicherheit suchenden Menschen leere Floskeln und falsche Hoffnungen zu verkaufen.
MehrGenial – WikiMindmap

Schon manchmal den Durchblick bei der Informationsrecherche im etwas unübersichtlichen Wikipedia verloren?
Hier ist die Lösung – WikiMindMap. Suchbergriffe werden mit den relevanten Links als übersichtliche Mindmap angezeigt, skalier- und verschiebbar, Unterbegriffe lassen sich „ausklappen“. Sehr hilfreich!
Hier eine Beispielmap zum Begriff „Konflikt“
MehrKonflikte kosten Geld – aber wieviel?
Das Konflikte in Unternehmen Geld kosten mag eine Binsenweisheit sein – vielen Führungskräften und ManagerInnen scheint aber nicht klar zu sein wie hoch die Gewinneinbußen durch ungelöste, „kalte“ oder schwelende Konflikte sein können. Um es auf den Punkt zu bringen: Je nach Größe eines Unternehmens können eskalierende Konflikte ein entscheidender Faktor für das wirtschaftliche Aus, den Konkurs sein! Gerade kleine und mittelständische Unternehmen haben meist keinen finanziellen Puffer, um erheblichen Personalschwund oder Motivationseinbrüche bei ihren Mitarbeiterinnen und Führungskräften aufzufangen.
Auch wenn dieser Zusammenhang mit gesundem Menschenverstand nachvollziehbar ist, scheinen manche UnternehmerInnen nach „klaren Zahlen“ zu verlangen, was Mediation denn nun bringt (was man getrost als Ausrede werten kann, die schwelenden Konflikte noch einen Weile unter dem Teppich zu lassen).
Dank der Arbeit von Dr. jur. Detlev Berning, Mediator BM und Steuerberater, können wir MediatorInnen nun mit harten Fakten aufweisen, wenn es um die indirekten Kosten eines Konflikts geht. Anhand zweier Fälle aus seiner Beratungspraxis als Steuerberater hat Detlev Berning die (indirekten) Konfliktkosten berechnet und kommt dabei bspw. für eine Anwaltskanzlei mit 4 Partner mit gut 400.000 Euro Gewinn/Jahr auf Konfliktkosten von 280.000 Euro (schon richtig gelesen, 280 Tausend Euro!). Dieser Verlust führte dann auch innerhalb kurzem zur Auflösung der Kanzlei.
Ein zweites Beispiel für ein mittelständisches IT-Unternehmen (1,2 Millionen Gewinn im Jahr) kommt auf indirekte Konfliktkosten von über 1 Million Euro! Der drastische konfliktbedingte Verlust führte schließlich dazu, dass die Hausbank die Finanzierung einstellte, das Unternehmen befindet sich derzeit in einer radikalen Umstrukturierung.
Gute Gründe also für uns MediatorInnen, selbstbewußt auf Unternehmen zuzugehen und unsere Dienstleistung zu angemessenen Preisen anzubieten, oder nicht?
Hier geht´s zum Artikel von Detlev Berning - nochmals Hochachtung vor dieser Pionierarbeit.
MehrSelbständig als MediatorIn – die Basics
In unseren Ausbildungen sind meist ein Drittel der TeilnehmerInnen mehr oder weniger am Überlegen, sich mit Mediation selbständig zu machen. Daher hier mal die Basics für alle die überlegen, das Angestelltendasein hinter sich zu lassen:
1. Mediation ist Pionierarbeit
Ich sage meinen SeminarteilnehmerInnen, auf die Frage „ob man von Mediation leben kann?“ immer:
„Du kannst von allem leben, was Dich begeistert! Es kann sein, dass Du nicht viel Geld verdienst und viel arbeiten musst – und trotzdem wirst Du nicht verhungern“.
Also: Wer glaubt es reicht, sich nach einer Mediationsausbildung ein Schild an die Tür zu hängen, damit die Klienten sich die Klinke weiterreichen – vergiss es! Wie überall im Beratungs- oder Trainingsgeschäft so zählen auch in der Mediation vor allem Erfahrung, Empfehlungen, Bekanntheit und natürlich – gute Arbeit. Mach Dich also auf 1-2 Jahre gefasst, bevor Du nennenswert Geld mit der Mediation verdienst.
2. Mediation ist nur ein Standbein des Beratungsgeschäfts
Erfahrungsgemäß brauchen Klienten mehr als nur eine MediatorIn. In manchen unserer Mediationen machen wir irgendwann auch Einzelberatungen, da es sich (logischerweise) immer wieder zeigt, dass die eigentlichen Knackpunkte für Konflikte in der persönlichen Geschichte liegen – und solange diese nicht halbwegs aufgearbeitet sind, brechen bestimmte Konfliktthemen immer wieder auf.
In Unternehmen und Organisationen ist nach einer Mediation oft eine begleitende Supervision oder ein Führungscoaching angesagt.
Also verlasse Dich nicht auf eine Mediationsausbildung, sondern betrachte diese als EINEN Teil Deiner professionellen Ausbildung bzw. Deines Beratungsangebots.
3. Die Basics der Selbständigkeit sind überall die Gleichen.
Lies ein paar Bücher zu Selbständigkeit und Marketing, es gibt auch informative Seiten im Internet. Wer nicht nach einem Jahr wieder im Arbeitsamt stehen möchte, dem empfehle ich, die Anfangsinvestitionen und Fixkosten gering zu halten.
Was man NICHT braucht:
- ein eigenes Büro oder Seminarräume
- ein neues Firmenauto
- eine Hochglanz-Imagebroschüre
- Anzeigen in den Hochglanz-Magazinen der Beratungs- und Trainingsbranche (überlasse die den „Top 100″ der Beratungsszene, die brauchen diese Anzeigen zwar auch nicht, aber da gehören sie halt zum Image und von irgendwas müssen diese Magazine ja auch leben)
- eine „state-of-the-art“-Hompeage mit technischem oder grafischem Firlefanz
Man braucht unbedingt:
- einen ruhigen Arbeitsplatz
- ein Telefon mit vernünftiger Qualtität, ein Headset lohnt sich
- ISDN-Anschluss (für die extra Fax- und Büronummer)
- vernünftige Computer-, Software- und Druckerausstattung. Ein Faxgerät kann man sich heutzutage sparen, das Computerfax reicht völlig. Ein Wort zur Software: Hier lohnt es sich NICHT zu sparen. Du brauchst eine Standard-Office-Software, die mit der Deiner Kunden kompatibel ist und ein vernünftiges Personal Manager Programm (Email, Kontakte, Aufgaben, Kalender etc.) kann viel Zeit sparen.- DSL-Anschluss (der einfachste reicht völlig).
- eine einfache Homepage (wer sie nicht selbst bauen kann – Programme gibt es meist kostenlos beim Provider – lässt sie programmieren, ABER bitte keine High-Tech-Seite. Keep it simple! Für höchstens 1000,- Euro sollte so eine Seite zu haben sein.)
- ein eigenes Geschäftskonto (die Mischung mit dem Privatkonto sieht das Finanzamt nicht gerne)
- eine Steuer- oder Buchhaltungsberatung (zumindest zum Einstieg, Du wirst sonst zuviele Fehler machen, die Dich später VIEL Geld kosten können. Im Finanzamt arbeiten zwar nette Menschen, aber sie haben eindeutige Vorschriften!)
- und das Wichtigste zum Schluss: Du brauchst ein Netzwerk von Menschen, dass Dir über die Anfangsschwierigkeiten hilft, zuhört, Tipps gibt, Dich weiterempfiehlt etc. Dieses Netzwerk kann im Internet starten (z.B. bei Xing, einem Business-Netzwerk), aber „echte“ Menschen sind durch nichts zu ersetzen!
Hier gibt´s Literaturtipps und hier ein paar interessante Links für Selbständige



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