Januar, 2008

Robert Gonzales, NVC-Training-Institute (Gewaltfreie Kommunikation) in Deutschland!

Robert Gonzales, einer der Trainer für Gewaltfreie Kommunikation die mich am tiefsten inspiriert und beeinflusst haben, kommt dieses Jahr zwei Mal nach Deutschland.

Wer ihn sich mal „live“ ansehen möchte, hier ein 30-minütiges Video mit ihm/über Robert.

Robert Gonzales on Nonviolent Communication

Vom 1.-3. und 4.-6. Juli 08 organisiert Nadine Helm zwei Seminare mit ihm im „Lebensgarten Steyerberg“ (ein interessantes Projekt, nebenbei erwähnt, wir haben drei Jahre dort gelebt)
Hier gibt´s mehr Infos zum Seminar.

Und vom 19.-26. Oktober 08 kommt er zusammen mit seinen Kollegen vom NVC-Training-Institute nach Süddeutschland (Linderhof).

Genaue Infos dazu in Kürze unter Gewaltfrei-München
Hier ein Flyer mit Vorinformationen, Preise stehen noch nicht fest (PDF).

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Handbuch Öffentlichkeitsbeteiligung – Mediation im öffentlichen Bereich

Mein Dank an den Projektmanagement-Blog für den Hinweis auf ein das hervorragende „Handbuch für Öffentlichkeitsbeteiligung“ (PDF), herausgegeben vom Österreichischen Lebensministerium und der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt und Technik.

Das Handbuch dürfte für Moderator- und MediatorInnen, die sich für Gemeinwesenmediation, politische Mediation, Moderation von Partizipationsprozessen u.ä. interessieren eine wahre Fundgrube sein.

Gleiches gilt für die Seite Partizipation, auf der sich u.a. 55 Praxisbeispiele, Buchrezensionen zu Beteiligungsverfahren, Moderation, Mediation und mehr finden.

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Könnten Sie mal Gewalt definieren?

Dies fragte Oliver Heuler in seinem Kommentar auf den Beitrag „Integral trifft Gewaltfrei“.

Das ist die Art von Fragen, die mich als Trainer im Seminar erst Mal ins Schwitzen bringen… Hier habe ich ja das Glück, ein bißchen nachdenken zu können bevor ich den Mund aufmache bzw. in die Tasten tippe. (Ich weiß, manche meinen, das würde auch im Seminar manchmal nicht schaden, aber das ist eine andere Geschichte…Smilie by Smilieomania).

Spaß beiseite, mein bestes Verständnis zu dieser Frage ist Folgendes:

Die Vision des Centers for Nonviolent Communication (Zentrum für Gewaltfreie Kommunikation, USA) und damit eine Art Definition von „Gewalt-frei“ lautet: „A world where everybodys needs are valued.“ („Eine Welt, in der die Bedürfnisse aller zählen.“)

(Anmerkung: Dies ist nicht der genaue Wortlaut auf der Homepage des CNVC – dort heißt es noch „a world where all people get their needs met peacefully…“ Aus verschiedenen Gesprächen mit langjährigen CNVC-TrainerInnen und mit Marshall Rosenberg wird deutlich, dass sich die Definition in Richtung „everybodys needs are valued“ entwickelt hat.)

Aus diesem Verständnis heraus hieße die Definition von Gewalt: „Gewalt(tätig) ist eine Intention/Absicht, die nicht die Bedürfnisse aller anerkennt/wertschätzt.“

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Aufbaumodul „Lebendig und Authentisch Trainieren und Beraten“ Frühbucherrabatt bis 15. Januar

Wer noch mit Frühbucherrabatt in das Aufbaumodul „Lebendig und Authentisch Trainieren und Beraten“ mit Gewaltfreier Kommunikation einsteigen möchte, kann dies noch bis 15. Januar tun.

Einen schönen Tag wünscht
Markus

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Gewaltfreie Kommunikation Intensiv-Training "Radikale Ehrlichkeit – Tiefe Empathie" Anmeldeunterlagen online

Gewaltfreie Kommunikation Intensiv-Training „Radikale Ehrlichkeit – Tiefe Empathie“ Anmeldeunterlagen online… mehr gibt´s da nicht zu sagen – also lassen wir´s dabei.

Die Unterlagen für dieses in seiner Art besondere „Training“ finden sich hier zum Ansehen bzw. hier geht´s direkt zum PDF.

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Moral des Altruismus – ein Kommentar von Oliver Heuler

Oliver Heuler , Papa eines „unerzogenen Anarchisten“ hat meinen Beitrag „Integral trifft Gewaltfrei“ kommentiert.

Da erfahrungsgemäß Kommentare im Blog etwas untergehen bzw. übersehen werden und ich diesen lesenswert finde, stelle ich ihn hier noch mal als extra Beitrag ein. Auf die Bitte von Herrn Heuler möchte ich in einem der nächsten Beiträge eingehen – denn „Was ist eigentlich Gewalt?“ ist ja für uns „Gewaltfreie Kommunikatoren“ eine nicht ganz unwichtige Frage, oder?

Hier also der Beitrag von Oliver Heuler:

„Ich finde es interessant, dass Rosenberg einerseits so nachdrücklich gegen das Wort »sollte« argumentiert wie auch gegen die Dichotomien gut – schlecht, richtig – falsch, krank – gesund und so weiter — und sich andererseits bewusst ist, dass die Haltung des Nicht-Bewertens selbstwidersprüchlich ist.

Das Wort »sollte« und die Dichotomien sind doch einfach nur Signalwörter, die zeigen, dass man über eine Moral spricht. Klar, wenn ich eine Bitte an einen anderen habe, dann ist es nicht hilfreich, ihm vorab eine Kritik zu servieren (»Dein Verhalten war falsch, schlecht und böse«), sondern mit einer möglichst objektiven Beobachtung zu beginnen.

Aber wir können nicht auf eine Moral und damit Hierarchien verzichten: Gewaltfrei kommunizieren ist z.B. besser als morden. Man unterhält sich ja auch bisweilen über allgemeine Prinzipien. Ich habe also keine Bitte an einen Menschen, sondern unterhalte mich nur über allgemeine Fragen der Ethik. Was spricht gegen die Aussage: »Man sollte einfühlsam sein« oder »Man soll nicht stehlen, morden und so weiter« oder »Ich finde es gut, wenn die Menschen gegen den Krieg demonstrieren.« Ist das so viel anders als »Wenn ich sehe, wie diese Menschen gegen den Krieg demonstrieren, macht mich das glücklich, weil mein Bedürfnis nach Frieden und Harmonie befriedigt ist«?

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Integral trifft Gewaltfrei…

Witzig – kaum schreibe ich einen Beitrag zum Thema „Lernstufen“, da stolpere ich über den Blog von Steve McIntosh, Autor von „Integral Consciousness“, der von seinem Zusammentreffen mit einem Anhänger der Gewaltfreien Kommunikation berichtet.

Blog of Steve McIntosh, author of Integral Consciousness: The First Leg of My Book Tour. Er schreibt,
„At one New Age bookstore talk I received a comment that the philosophical idea of “the good” did not comport with the principles of “non-violent communication.” The questioner even quoted Rumi as inviting us to “meet in a place beyond good and evil.” My polite response was that the integral philosophy of evolution is chiefly concerned with the improvement of the human condition, and that it effectively transcends the “black and white” conceptions of good and evil characteristic of the traditional level. Nevertheless, I emphasized that the idea of “the good” is a very important concept that we need to hold onto, even as we recognize this value’s dialectical metamorphosis through the growth of the spiral of development.“

[Übersetzung Markus: „Während eines Gesprächs in einem New-Age-Buchladen meinte jemand, dass sich die philosophische Idee des „Guten“ nicht mit den Prinzipien der Gewaltfreien Kommunikation“ vertrage. Der/die Fragende hat auch noch Rumi zitiert, der uns einlade „sich an dem Ort jenseits von Gut und Böse zu treffen“. Meine höfliche Antwort war, dass die integrale Philosophie der Evolution ernsthaft an der Verbesserung der menschlichen Bedingungen interessiert ist, und dass sie tatsächlich die „schwarz-weiß“-Konzepte von Gut und Böse transzendiert, die traditionelle Ebenen auszeichnen. Ich betonte, dass die Idee des „Guten“ dennoch ein sehr wichtiges Konzept ist, dass wir festhalten sollten, auch wenn wir erkennen, wie sich die Werte dialektisch wandeln während des Wachstums auf der Entwicklungsspirale.“]

Dazu ließe sich Vieles sagen, hier nur Folgendes: Die Gewaltfreie Kommunikation ist nicht, noch einmal, nicht wert- oder bewertungsfrei! Um unsere Bedürfnisse als erfüllt / unerfüllt zu bemerken müssen wir die Realität a) wahrnehmen und b) ein Urteil fällen, d.h. die Realität bewerten (ob sie unsere Bedürfnisse erfüllt / oder eben nicht).

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Lernstufen in der Gewaltfreien Kommunikation

Mit Lern- und Entwicklungsstufen tun sich viele Anhänger der Gewaltfreien Kommunikation als typische Vertreter „grüner“, egalitärer Werte (Spiral Dynamics) im allgemeinen schwer. Die Einsicht, dass Menschen in Bezug auf bestimmte Fähigkeiten nicht „gleich“ sind, ist zwar eigentlich banal (wer würde schon gerne seine Magen-Operation von einem KFZ-Meister durchführen lassen?), aber wenn es um kommunikative Fähigkeiten geht, scheint dies wieder in Vergessenheit zu geraten.Die Betonung der Gleichheit aller Menschen auf der Ebene der Bedürfnisse (die ich teile), wird also so wohltuend und berührend erfahren, dass der Blick auf die Unterschiedlichkeit der Menschen als eine (zu) schmerzhafte „Trennung“ erlebt und lieber vermieden wird.

Meiner Meinung nach hilft hier die Unterscheidung von „Verhalten“ und „Sein“. Auf Seins-Ebene sind wir Menschen alle gleich, gleich wertvoll, gleich schön, alle göttliche Verkörperungen des „Einen Geists“.
Auf Verhaltensebene sind wir unterschiedlich und manchmal sogar einzigartig. Hier kommt die Individualität jedes einzelnen ans Licht der Welt. Ein kompetenter Mediziner kann Leben retten – aber kein Auto reparieren.

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