Gewaltfreie Kommunikation – einfach zu lernen, schwer zu integrieren
Warum ist die Gewaltfreie Kommunikation so einfach zu lernen und so schwer zu integrieren?
Diese Frage hat sich für mich erhellt, seit ich die Wilber´sche Unterscheidung von „Zuständen“ und „Stufen“ des menschlichen Bewusstseins gefunden habe. Diese Unterscheidung ist eine der hilfreichsten Erkenntnisse, die ich der Integralen Sichtweise zu verdanken habe.
Über die obige Frage hinaus, berührt diese Unterscheidung weitere Themen wie:
- „Lebensdienliche“ von „lebensfeindlichen“ Bewertungen unterscheiden – anstatt zu behaupten „ich bewerte nicht!“ oder – schlimmer, weil in sich widersprüchlich – „Bewerten ist schlecht“
- Lernstufen der Gewaltfreien Kommunikation erkennen – anstatt zu sagen, jeder der einige Seminartage hinter sich hat, „mache Gewaltfreie Kommunikation“
- Klarheit über die (begrenzte) Fähigkeit von Kindern erlangen, die Gewaltfreie Kommunikation zu lernen und zu leben – anstatt zu denken, Kindern seien „natürliche Giraffen“ (Giraffen sind das Symboltier der Gewaltfreien Kommunikation)
Ich werde erst kurz mein Verständnis von „Zuständen“ und „Stufen“ des Bewusstseins darlegen und einige wesentliche Unterschiede zeigen. Danach werde ich einige Konsequenzen für das Lernen und die Integration der Gewaltfreien Kommunikation zeigen.
MehrGewaltfreie Kommunikation und Gefängnisarbeit – neuer Blog!
Wir freuen uns sehr, hier auf den ersten deutschsprachigen Blog zu Gefängnisarbeit mit Gewaltfreier Kommunikation hinweisen zu können!
Georgis Heintz, langjährige Wegbegleiterin, Kollegin und Freundin, schreibt zur Eröffnung ihres Blogs:
Endlich habe ich es geschafft, diesen Blog zu erstellen. Mir liegt sehr viel daran, ein Forum zur Information und zum Austausch des Themas Gefängnisarbeit zu haben.
Für mich ist die Gewaltfreie Kommunikation das Werkzeug, welches ich in der Begegnung mit Inhaftierten nutze. Gleichzeitig möchte ich mehr über andere Gefängnisprojekte erfahren, um davon zu lernen und mehr Möglichkeiten in meiner Arbeit zu erlangen.
Und ich glaube an Kooperation und Verbindung. Es gibt viele Menschen, die ihre Energie in diese Arbeit geben. Diese Menschen möchte ich finden, und gemeinsam ein mehr an Kraft, Ideen und Wirksamkeit erleben.
Wir wünschen ihr von ganzem Herzen alles Gute und viel Erfolg für ihre so wichtige und wertvolle Arbeit!
Blog Gewaltfreie Kommunikation und Gefängnisarbeit
MehrWas ich gerne zu Beginn meiner Selbständigkeit gewusst hätte…
Hier ein paar meiner persönlichen Erfahrungen zu den Themen Existenzängste, den Magazinen der Weiterbildungsszene, dem Weiterbildungsmarkt, Businessplänen, Honoraren etc.
Existenzängste – was sie ausdrücken und wie damit umgehen?
Zu Beginn meiner Selbständigkeit waren Existenzängste laufend präsent – wie eine unangenehme Hintergrundmusik im Restaurant. Ich hatte Angst nicht genug Geld zu verdienen, meine Familie nicht versorgen zu können, in dieser Gesellschaft als Versager dazustehen etc. Heute weiß ich: Dahinter stand der unbewusste Versuch, mich davor zu bewahren, dass die schmerzlichsten Glaubenssätze über mich selbst (z.B. „Ich bin nichts wert, wenn ich nichts erreiche, tue, mache, verdiene etc.“) sich bewahrheiten könnten.
Glaubenssätze haben nichts mit Fakten oder der Realität zu tun, sie sind „nur“ Gedanken. Im Grunde geht es bei Existenzängsten um die alte Frage „Wer oder was bin ich wirklich?“. Wie definiere ich meine Identität? Was macht mich „wertvoll“? Wenn ich das vor 10 Jahren gewusst hätte, hätte ich mich noch früher mehr mit meiner „Innenwelt “ und meine schmerzlichen Glaubenssätzen befasst.
MehrDas persönliche Internet – die Vorteile von RSS-Feeds und Blogreadern nutzen!
Mir geht es ähnlich wie Alexander Greisle es in „RSS-Newsfeeds verändern meine Internetgewohnheiten fundamental“ beschrieben hat. Seit ich Blogs abonniere – z.Zt. sind es um die 100 auf meiner sog. Blogroll – habe ich wesentlich mehr vom Internet! Weil diese Technik immer noch relativ unbekannt ist, mache ich hier hin und wieder Werbung dafür.
Das persönliche Internet
Natürlich lese ich nicht alle Artikel, die jeden Tag in meinen Newsreader flattern (ich nutze dafür den Google-Reader, clean and simple), aber das ist kein Argument gegen RSS-Feeds/Blogs – wer liest jeden Artikel in der Zeitung?
Durch die RSS-Technik stelle ich mir mein ganz persönliches Internet-Angebot zusammen, in der ich nur ich die Autoren und nur über die Themen lese, die mich interessieren. Wie das funktioniert, ist in diesem kurzen Video witzig erklärt (auf Englisch).
[youtube NN2I1pWXjXI]
Suche in den eigenen Blogs oft effektiver
Über die Zeit entsteht in meiner Blogroll ein reicher Wissenspool, den ich mit Google-Reader strukturieren, durchsuchen und für die eigene Arbeit nutzbar machen kann.
Wenn ich mich z.B. über „Rechtsberatung für Mediatoren“ informieren oder wissen möchte, wer den Film/das Buch „The Secret“ genauso platt findet wie ich ;o) – dann suche ich zuerst in meinen abonnierten Blogs und erst wenn ich dort nichts finde in Google.
Wie kommt man auf (m)eine Blogroll?
Einfache Frage, einfache Antwort: Durch spannende, hilfreiche oder auch witzige Beiträge! Ich mag keine Blogs, die versuchen, durch Beiträge zu allen möglichen populären Themen möglichst viele Besucher anzuziehen (um über Werbung und Affiliate-Programme Geld zu verdienen). Daher miste ich meine Abos regelmäßig aus, wer zu oft, zu allgemein, mit zu wenig Nutzen für mich schreibt – fliegt wieder raus. Hier gilt für mich: Qualität statt Quantität!
Bloggen ist Netzwerken
Bloggen ist persönlich(er) – es ist ein Unterschied für mich, ob ich einfach mal auf eine Website surfe oder einen Blog über eine Weile abonniere. Auch „professionelles“ Bloggen lässt sehr viel mehr von der Persönlichkeit des Autors durchscheinen als eine statische Homepage, die womöglich noch über Jahre nicht verändert wurde. Über Blogs entstehen Kontakte, man kommentiert gegenseitig Beiträge und tauscht sich aus – und ein paar meiner Blogger-KollegInnen habe ich sogar schon „live“ kennengelernt. Also -viel Spaß beim Erforschen dieses „neuen“ Internets.
Wir wünschen allen schöne Osterfeiertage!
Mehr"Suchtfrei – die Illusion durchschauen" – DAS Buch zum Thema Sucht
Jan Geurtz, Schüler des tibetischen Arztes und Meditationslehrers Sogyal Rinpoche, arbeitet seit 1995 als Suchttherapeut. Man merkt dem Buch „Suchtfrei – die Illusion durchschauen“ sehr positiv an, dass es von buddhistischem Gedankengut beeinflusst ist. Denn Geurtz zeigt sehr einsichtig, dass hinter allen Abhängigkeiten eine grundlegende Gedanken- und Gefühlsstruktur steht, die vor allem mit der Flucht vor einem erneuten schmerzhaften Kontakt mit den eigenen „negativen“ Glaubenssätzen und den damit verbundenen unerfüllten Sehnsüchten und Bedürfnissen zu tun hat.
Den Kern der Abhänigkeitsillusion durchschauen
So lautet der Untertitel bzw. ein Kapitel des Buchs und ich finde, es wird diesem Anspruch absolut gerecht – soweit dies in einem Buch als Lehrmedium überhaupt möglich ist. Geurts nimmt seine LeserInnen auf sehr angenehme Weise mit durch die eigenen Ausreden und Ausflüchte, wenn es darum geht, seine Süchte anzusehen. Und ich habe mich ein paar Mal sehr positiv „ertappt“ gefühlt, wie Geurts meine eigenen Suchtstrukturen „durchschaut“ und beschrieben hat. Denn die geistig/mentale Grundstruktur für Abhängigkeit haben wir, wie gesagt, alle.
DAS Buch zum Thema Sucht
Es wäre eine (weitere) Illusion zu glauben, man könnte eine lange, schwere Abhängigkeit mit der Lektüre dieses Buchs beenden (das behauptet Geurtz auch nicht). Dafür ist meist die zeitweilige Unterstützung durch erfahrene Therapeuten notwendig. „Suchtfrei“ ist jedoch für mich das Buch, dass ich gerne und oft empfehle, wenn es darum geht, dieses Thema besser zu verstehen und einen Therapieansatz kennenzulernen, der auch mit dem Menschenbild der Gewaltfreien Kommunikation sehr harmoniert.
Jan Geurtz, „Suchtfrei – die Illusion durchschauen„
MehrOrganisationen haben keine Bedürfnisse
…. zumindest nicht in dem Sinne, wie ich Bedürfnisse in der Gewaltfreien Kommunikation verstehe. In Diskussionen über Fragen der Organisationsentwicklung sprechen wir manchmal davon, dass auch ein Unternehmen „Bedürfnisse“ wie z.B. Existenz, Sicherheit, Anerkennung etc. habe.
Es geht schnell von den Lippen bei Teams, Organisationen und Unternehmen oder gar bei ganzen Ländern mit der gleichen Selbstverständlichkeit von deren „Bedürfnissen“ zu sprechen wie bei individuellen Menschen. In einem allgemeinen Sinne halte ich dies auch für opportun, z.B. wenn wir sagen, eine Firma „möchte überleben“ und damit meinen, „alle Menschen, die in dieser Firma arbeiten, möchten (gut) leben“. Ich halte es jedoch für methodisch unsauber und vor allem für potentiell gefährlich, wenn wir glauben, Gruppen von Menschen, Organisationen oder gar Länder hätten im gleichen Sinne Bedürfnisse wie Individuen.
MehrVideo Nr. 1 – Gewaltfreie Kommunikation – ein Überblick
Ich bin ein bisschen stolz, mit meinen begrenzten technischen Fähigkeiten nun doch unser erstes Video erstellt zu haben. Ich gebe darin einen kurzen Überblick über die Ziele und Vision der Gewaltfreien Kommunikation, von der Transformation des Gewalt-Denkens auf persönlicher Ebene über die „Wir-Ebene“ bis hin zum Wandel auf der gesellschaftlichen, strukturellen Ebene.
Für Rückmeldungen und technische Hinweise bin ich sehr dankbar!
MehrDie Liebe erhalten – eine erfüllte Beziehung mit (oder trotz ;o) Gewaltfreier Kommunikation leben
Was ist der schnellste Weg, um eine funktionierende Beziehung zu ruinieren?
Besuche ein Seminar in Gewaltfreier Kommunikation und erzähle dann zuhause deinem/r Partner/in, dass du „Verbindung brauchst“ und nur noch „Gefühle und Bedürfnisse hören möchtest“.
Korrigiere anschließend jeden Satz deines/r Partners/in indem du darauf hinweist, dass er/sie gerade nicht von „Gefühlen und Bedürfnissen gesprochen hat“.
Und wenn du dann noch den Beziehungs-Supergau auslösen möchtest, beende jeden zweiten Satz mit: „Kannst du mir bitte sagen, was du gehört hast?“
Spaß beiseite – natürlich beschäftigt das Thema Partnerschaft viele unserer TeilnehmerInnen. Wir hören oft wie sehr sie sich nach mehr Gemeinsamkeit, Intimität oder Lebendigkeit in ihrer Partnerschaft sehnen. Wenn sie dann erleben, welche Tiefe und Qualität in Gesprächen möglich ist, verstärkt sich dieser Schmerz noch. Und oft kommt nach einem Seminar noch die Enttäuschung hinzu, die Beziehung immer noch nicht verbessern zu können, weil es „zuhause einfach nicht klappt mit der Gewaltfreien Kommunikation“.
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