September, 2009

Liebe ist kein Gefühl – Interview mit Marshall Rosenberg

Auf dieses schon etwas ältere Interview “Liebe ist kein Gefühl” mit Marshall Rosenberg  bin ich in der Xing-Gruppe Gewaltfreie Kommunikation gestoßen. Marshall hat bestimmt nicht den Anspruch der endgültige Ratgeber in Sachen Liebe zu sein – aber das Interview bietet interessante Anregungen und sicher auch ein paar neue Ideen für alle, die sich noch nicht gar so lange mit der Gewaltfreien Kommunikation auseinandersetzen.

Interview mit Marshall Rosenberg “Liebe ist kein Gefühl”

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Neustart der Trainer/innen-Zertifizierung Gewaltfreie Kommunikation (nach Dr. Marshall Rosenberg)

cnvc.logo.web150x94 Ich freue mich, dass nun nach über 3 jähriger Überarbeitung die Trainer/innen-Zertifizierung für Gewaltfreie Kommunikation wieder startet! Eine Neuregistrierung ist im Moment jedoch noch nicht möglich.

Ich habe die Informationen dazu auf der Seite http://de.nvcwiki.com/index.php/Hauptseite#CNVC_TrainerInnen-Zertifizierung

eingestellt und überarbeitet.

Mit dem Thema “TrainerInnen-Zertifizierung” gab und gibt es immer wieder spannende Diskussionen. Da wir in der Gewaltfreien Kommunikation recht kritisch auf Bewertungen schauen, entsteht schnell das Missverständnis, dass Gewaltfreie Kommunikation “ohne Bewertung” auskommt. Das dem nicht so ist, habe ich versucht in “Wie lernt man Gewaltfreie Kommunikation?” zu zeigen.

Zur Erinnerung: Bevor es eine “formale” TrainerInnen-Zertifizierung gab, hat Marshall Rosenberg in eigener Verantwortung “TrainerInnen für Gewaltfreie Kommunikation” ernannt.  Er hat also die Fähigkeiten und die Haltung dieser Menschen bewertet (!) – und er hat oft “nein” gesagt (natürlich ganz gewaltfrei :o ). Erst seit 2003 gibt es eine “formale” TrainerInnen-Zertifizierung und auch hier hat Marshall selbst die Personen ernannt, die er für fähig hielt, die Assessierungsgespräche durchzuführen. Die entscheidende Frage ist also nicht, “ob” sondern “wie” man bewertet!

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Mitgefühl ist Eigennutz

“Mitgefühl ist Eigennutz”, so der Titel des spannenden Interviews, das der Wissenschaftsjournalist Stefan Klein mit dem Neurophysiologen Vittorio Gallese, dem Entdecker der Spiegelneuronen, führte. “Sag ich doch”, dachte ich mir sofort – denn in den Seminaren zur Gewaltfreien Kommunikation betone ich oft, dass wir „alles was wir tun, nur für uns selbst, für die Erfüllung unserer eigenen Bedürfnisse tun” – eben auch einem Menschen empathisch zuhören oder mitfühlend reagieren.

Der Artikel betont auch, dass es einen Unterschied von Empathie (Einfühlung) und Mitgefühl (Mitleid) gibt:

Tatsächlich können Sie Empathie und Mitgefühl völlig voneinander entkoppeln. Denken Sie nur an einen Sadisten, der Lust erlebt, gerade weil er sich in das Leid seines Opfers einfühlen kann. (Vittorio Galles)

Einfühlung ist also nicht per se “gut”. Man weiß, dass Kriminelle oft ein hohes Einfühlungsvermögen haben, sie können sich perfekt in das Innenleben ihrer Opfer einfühlen – und nutzen dies dann brutal aus indem sie ihre Opfer zur Kooperation überreden (ein Buch, das ich in diesem Zusammenhang gern empfehle, auch wenn es etwas “reißerisch” ist, ist “Mut zur Angst” von Gavin de Becker.)

Mitgefühl, also das Nachempfinden von Leid als Leid und der daraus entstehende soziale Handlungsimpuls, um das Leid zu vermindern, folgt nicht zwingend aus Empathie. Warum und wieso Mitgefühl entsteht, und wie stark, ist wissenschaftlich noch ungeklärt.

Und auch hier ist es ja nicht so, dass Mitgefühl immer “gut” oder auch nur hilfreich ist – nicht auszudenken, wenn mein Zahnarzt (mit dem ich übrigens sehr zufrieden bin, daher der Link zu seiner Praxis in Kaufering bzw. Waal) mir nicht mehr helfen könnte, weil er beim Anblick meines schmerzverzerrten Gesichts selbst Zahnschmerzen bekäme? Menschen können (und müssen wahrscheinlich) lernen, ihr Mitgefühl zu steuern – natürlich auch wieder im Eigeninteresse, mein Zahnarzt möchte ja auch Geld verdienen :o )

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Preisgekrönte Dokumentation “Children Full of Life”

Die preisgekrönte Dokumentation “Children Full of Life” zeigt eine 4. Klasse einer Grundschlue in Kanazawa, norwestlich Tokio, bei Lektionen über Mitgefühl durch ihren Lehrer, Toshiro Kanamor. Er ermutigt sie ihre wahren Gefühle in einem Brief zu beschreiben und der Klasse laut vorzulesen. Indem sie ihr Leben so teilen, erfahren die Kinder die Wichtigkeit von Mitgefühl und Fürsorge für ihre MitschülerInnen. Wer wie ich eine “normale” Schullaufbahn hinter sich hat möge evtl. Taschentücher bereitlegen. Mich hat es sehr berührt, wie liebevoll dieser Lehrer mit seinen Schülern umgeht!

Alle Videos in meinem Videokanal bei YouTube.

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Gewaltfreie Kommunikation Friedensarbeit auf den Philippinen unterstützten

Hier eine Information, die mir von Gerli und Ralf Clar geschickt wurde und die ich gerne verbreite.

image Amina Mambuay ist die erste und bisher einzige Trainerin für "Gewaltfreie Kommunikation" auf den Philippinen. In diesem Land flammen immer wieder militante Konflikte auf, die zum Teil durch jahrhunderte alte Feindbilder zwischen Christen und Muslimen geschürt werden. Zu helfen, diese Mauern aus Schmerz und Hass aufzulösen ist das Anliegen von Amina Mambuay, die für alle Bevölkerungsgruppen Trainings in "Gewaltfreier Kommunikation" anbietet. Sie stellt dabei die Bedürfnisse aller Beteiligten in den Mittelpunkt um jenseits aller Vorurteile die Verbindung der Menschen zueinander wieder möglich zu machen.

Ihre Seminare sind gut besucht – von LehrerInnen, Jugendlichen, sozial Engagierten und selbst von Militärs und anderen Gruppen quer durch die philippinische Gesellschaft. Um der wachsenden Nachfrage begegnen zu können braucht Amina finanzielle Unterstützung, da die Teilnahme an ihren Trainings kostenlos ist. Sie sagt: "Die Menschen kommen nur wenn es nichts kostet, da sie es sich nicht leisten könnten einen Seminarbeitrag zu bezahlen"
Da wir sie persönlich kennen, ihr vertrauen und Ihre Arbeit sehr schätzen haben wir ein Spendenkonto für sie eingerichtet, dass ausschließlich der Sammlung von Spendengeldern für Ihre Arbeit dient. Die Kontoauszüge werden einmal jährlich an alle Spender versendet und Amina berichtet regelmäßig von ihrer Arbeit. Die ersten 150,00 € konnte ich ihr vor einigen Tagen überweisen. Wer möchte kann ihr also auf folgendes Konto eine Spende zukommen lassen. (Text Gerli Clar)

Hier die Info über ihre Arbeit als PDF zum Herunterladen und weitergeben.

Postbank Stuttgart
Konto: 186 729 701
BLZ: 60010070
Stichwort: Spende GFK Philippinen

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