Mitgefühl als verbindende Kraft – THE CHARTER FOR COMPASSION

Gepostet am Nov 15, 2009 in Gewaltfreie Kommunikation, Integrale Theorie, Persönlichkeitsentwicklung | 2 Kommentare

Die Charter for Compassion entstand auf Initiative der TED-Preisgewinnerin und renommierten Religionswisssenschaftlerin Karen Armstrong.

Hier die Preis-Rede von Karen Armstrong bei TED über die zentrale Rolle von Mitgefühl in allen Weltreligionen.

 

Eine wesentliche Basis für das menschliche Mitgefühl ist seit einigen Jahren auch wissenschaftlich nachgewiesen, die sog. Spiegelneuronen. Der Freiburger Professors Joachim Bauer weist in seinen Büchern auf die zentrale Rolle von Beziehungen für die Ausbildung von Mitgefühl (Empathie) hin (“Warum ich fühle was du fühlst?” und “Das Gedächtnis des Körpers”).

Aber die organische Basis der Spiegelneuronen reicht nicht aus, um Mitgefühl zu einer alle Menschen verbindenden Kraft zu machen. Ohne eine bewusste spirituelle Ausrichtung bleibt das “Mitgefühl” meiner Spiegelneuronen auf meine direkte Umwelt beschränkt, da ich nur diese durch meine Sinnesorgane vermittelt bekomme.

Die zentrale Rolle der Religionen besteht laut Karen Amrstrong darin, das menschliche Mitgefühl auszudehnen auf alle Menschen – eben nicht nur "Liebe deinen Nächsten”, sondern “Liebe deine Feinde”, was bspw. die zentrale Aussage der Bergpredigt ist.

Anders gesagt, in der Sprache der integralen Theorie, es geht darum, das menschliche Mitgefühl auszudehnen vom “egozentrischen Mitgefühl” (Ich), über das “ethnozentrische Mitgefühl” (Mitgefühl mit Menschen meiner Herkunft, Kultur, Glauben etc.) hin zum universalen Mitgefühl (Mitgefühl mit allen Menschen, siehe dazu auch “Wie ein integrales Konfliktverständnis zu Frieden und Verständigung beitragen kann – Teil II”.)

Ich denke, dass wir Menschen eine tiefe, intuitive Verbindung zu Menschen spüren. Wir fühlen uns wirklich “Eins mit allen Wesen” – solange wir nicht darüber nachdenken. Sobald ich anfange, mich oder andere Menschen zu bewerten, trenne ich diese Verbindung. Mir passiert das andauernd und die gewaltfreie Kommunikation ist für mich eine ständige spirituelle Übung, um diese Verbindung wieder herzustellen.

2 Antworten : “Mitgefühl als verbindende Kraft – THE CHARTER FOR COMPASSION”

  1. Alexandra sagt:

    ich war vor 16 Jahren auf einem Vortrag von Dr.Michaela Glöckner. Sie sprach über Mitgefühl. Sie regte an nicht mehr Tag für Tag alle (horror) Nachrichten zu lesen, sondern eine und sich 10 Min. mit den betroffenen Menschen empathisch zu verbinden. Das hat mich fragend gemacht. Ich freu mich durch die Gfk antworten und Wege zu finden und mit dir zu gehen.
    Liebe Grüße
    Alexandra

  2. Liebe Alexandra,
    danke für deinen Kommentar und die Anregung zu einer praktischen Emapthieübung für den Alltag!
    Liebe Grüße,
    Markus

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