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Coaching

Ein Coachinggespräch

Das Gespräch verlief telefonisch, wir haben es anonymisiert und leicht gekürzt. Der Klient wollte sich im Trainingsbereich selbständig machen. Dies ist das vierte Gespräch des Coachings.

 

(C)oach: Hallo R., können wir gleich anfangen?

(K)lient: Ja, klar.

C: Gut, gehen wir zuerst Deinen Wochenplan mit Deinen Vorhaben durch, ja? Gab es für Dich Besonderheiten, wichtige Ereignisse, wie war die Woche?

K (zögert kurz): Eigentlich ganz gut. Ich hatte ein paar wichtige Gespräche, vor allem das Gespräch mit Frau X. von der Trainingsabteilung xzy verlief sehr erfolgversprechend"

C: Was meinst Du genau mit erfolgversprechend?

K: Ich denke, Sie hatte einen guten Eindruck von mir - das könnte was werden.

C: Super! Hast Du diesen auch gebührend Erfolg gefeiert?

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K: Ähem... Ne, noch nicht - aber Du hast Recht, das sollte ich feiern. Ich werde mir etwas nettes mit meiner Familie einfallen lassen.

C: Das finde ich wichtig, das Du Deine Erfolge auch feierst. Wofür hast Du Sie sonst? Was gab es sonst noch?

K: (Schweigen)

C: Darf ich eine Frage stellen?

K: Klar.

C: Du hast gesagt, dass Deine Woche "eigentlich ganz gut verlief". Gab es einen Grund, warum Du "eigentlich" gesagt hast?

K: Ja, schon. Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob ich wirklich fit für dieses Geschäft bin. Ich wache oft auf und grüble herum, male mir die schlimmsten Szenarien aus.

C: Kannst Du mir das näher beschreiben? Was geht Dir im Kopf rum? Wie fühlst Du Dich?

K: Ich zweifle stark an mir selber. Bringt das genug Geld? Können wir davon leben?

C: Du bist Dir also unsicher, ob Du das alles schaffst. Kannst Du mir beschreiben, wie Du Dich im Moment fühlst? Was geht in Deinem Körper vor?

K: Ich habe einen Kloß im Bauch, mir wird fast schlecht.

C: Hast Du Angst, dass Deine Pläne Dich in den wirtschaftlichen Abgrund führen, dass Du und Deine Familie beim Sozialamt landen? So was in der Art?

K (leise): Ja, genau.

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C: Kannst Du diese Angst eine Weile aushalten? Sagen wir zehn Sekunden.

K: Wie meinst Du das?

C: Spüre einfach mal Deine körperlichen Symptome ungefähr zehn Sekunden lang.

Pause

C: Wie geht es Dir jetzt?

K: Besser. Der Kloß im Bauch ist leichter geworden.

C: Gratulation. Du hast Dich Deiner Angst gestellt. Ich finde es wichtig, dass Du herausfindest, was genau hinter dieser Angst steckt und wie Du damit umgehen kannst. Vor was genau hast Du Angst? Weißt Du das?

K: Ich glaube, die größte Angst habe ich davor, nicht genug Geld für meine Familie, zum Leben zu haben.

C: Du hast also Angst davor, Deine Familie nicht versorgen zu können.

K: Ja.

C: Kannst Du etwas positives an Deiner Angst sehen?

K: Eigentlich nicht.

C: Welches Bedürfnis steckt hinter Deinem Gefühl der Angst zu versagen? Wovor bewahrt Dich die Angst?

K: Ich gehe keine zu großen Risiken ein. Überlege mir wichtige Schritte lieber zu oft, als zu wenig.

C: Diese Angst bewahrt Dich also davor, leichtfertig zu sein und zu hohe Risiken einzugehen?

K (überrascht): So habe ich das noch nie gesehen!

C: Wie geht es Dir damit, wenn Du Deinen Angst so betrachtest?

K: Das fühlt sich viel besser, leichter an.

C: Du kannst Deine Angst also etwas wertschätzen und siehst sie nicht nur negativ?

K: Nein, damit kann ich jetzt etwas anfangen. Ich werde sehen, wie ich mich finanziell vielleicht noch besser gegen Risiken absichern kann.

...

Ende der Transkription

PS: Der Klient ist heute ein erfolgreicher Trainer.

 

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Letztes Update: 12.06.07
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