Konflikt-Checkliste für Führungskräfte
1. Sorgen Sie für eine konstruktive Konfliktatmosphäre.
Ein offenes, angstfreies Arbeitsklima, in dem Ihre Untergebenen berufliche und private (!) Probleme und vor allem auch berufliche Kritik ohne Angst ansprechen können, ist die beste Voraussetzung, um eine Konflikteskalation zu vermeiden. Dazu gehören bspw. eine regelmäßige Feedbackrunde über Ihr Führungsverhalten im Team und regelmäßige "offene Stunden", in denen die Probleme angesprochen werden können, die im Stress des Alltags untergehen.
2. Sprechen Sie Konflikte offen und ohne Schuldzuweisung frühzeitig an
Wenn Sie erfahren, dass es zwischen Ihren Untergebenen zu Konflikten kommt, sprechen Sie sie darauf an. Weisen Sie darauf hin, dass Sie es als Ihre Aufgabe betrachten, Ihre Mitarbeiter bei der Konfliktlösung zu unterstützen. Vermeiden Sie auf jeden Fall frühzeitige Schuldzuweisungen oder Vorverurteilungen. Moralisieren Sie nicht, sondern zeigen Sie die Konsequenzen auf.
3. Nehmen Sie Konflikte - auch nur Gerüchte darüber - sehr ernst
Konflikte haben eine "virale" Verbreitung, schlechte Stimmung ist
ansteckend. Nehmen sie daher auch nur Gerüchte über Konflikte sehr ernst und
gehen Sie proaktiv auf die Beteiligten zu. Stellen Sie offene Fragen ("Wie
geht es Ihnen in der Abteilung? Gibt es etwas, das verbessert werden
könnte?").
Falls Sie direkt mit den Konfliktparteien sprechen: Führen Sie eine Konfliktklärung nicht „zwischen Tür und Angel"
durch. Nehmen Sie sich extra Zeit und Raum für diese wichtige Aufgabe.
Erklären Sie Ihren Untergebenen ausdrücklich (!), dass es nicht darum geht,
einen Schuldigen zu bestrafen, sondern zukünftige Arbeitsvereinbarungen zu
treffen.
4. Lösen Sie nicht die Konflikte für Ihre Untergebenen
Sie sind als Führungskraft dafür verantwortlich, dass arbeitsrelevante Konflikte gelöst werden, jedoch nicht wie die Lösung konkret aussieht. Das meiste Wissen über die Umstände eines Konflikts und die beste Lösung haben immer die Beteiligten. Nutzen Sie dieses Wissen. Unterstützen Sie ihre Mitarbeiter dabei, ihren Konflikt selbstverantwortlich zu lösen. Fokussieren Sie das Gespräch auf die Bedürfnisse der Beteiligten und stellen Sie gegenseitiges Verständnis sicher. Wenn die Bedürfnisse verstanden sind, entspannt sich meist der Konflikt erheblich (90% der Konfliktenergie gehen in das "Ich will verstanden werden!"). Erst danach macht es Sinn, neue Lösungen und Vereinbarungen zu suchen - auch hier - halten Sie sich soweit möglich zurück und lassen Sie ihre MitarbeiterInnen eigene Lösungen finden. Machen Sie Vorschläge, aber lassen Sie Raum für neue Wege.
5. Hören Sie aufmerksam zu!
Konflikte sind immer mit unangenehmen Gefühlen verbunden. Durch aktives und einfühlsames Zuhören löst sich die angespannte Atmosphäre zwischen den Konfliktparteien. Versuchen Sie, die Sichtweise Ihrer Untergebenen zu verstehen. Vielleicht erfahren Sie wichtige, neue Informationen. Empathisches Zuhören ist die wichtigste Fähigkeit, die Sie für eine konstruktive Konfliktlösung nutzen können.
Fragen? Mail an das Institut Sikor
Vielleicht interessiert Sie auch...
Konflikte kosten Geld - aber wieviel?
Konflikt-Checkliste für Führungskräfte und für Organisationen.
Bedürfnisse - der Schlüssel zum Erfolg in Verhandlungen und "schwierigen Gesprächen".
Beschreibung einer Team-Mediation in unserem Handelsblatt-Artikel "Die reinigenden Kraft des Konflikts nutzen."
© 2003 Institut Sikor
Letztes Update:
12.06.07
Diese Seite wird gehostet bei
Manitu