Mediations-Newsletter Nr. 4 vom 14.4.2000
Inhalt Mediation-Newsletter Nr. 4
1*** Jahrestagung 2000 des Bundesverbands Mediation in Steyerberg
2*** Konflikt-Moderation = Konfliktmanagement = Mediation ????
3*** Macht doch kostenlose Werbung für Euch! (Teil I)
4*** Regionale Branchenbücher. Kostenlose Werbung (Teil II)
5*** Immer auf dem neuesten Stand - Newsletterdienst Frido
6*** Wie gut ist Eure Homepage? Kostenloser Homepagecheck
7*** Die mediative Anleitung zum Unglücklich-Werden
8*** Die zehn größten Fehler, die Anwälte in der Mediation machen können
9*** Kurznachrichten und Aktuelles
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Liebe Freunde und Kolleginnen,
trotz zeitweiliger klimatischer Widerstände in Form heftiger Schneestürme und Regengüsse scheint es nun auch bei uns Frühling zu werden. Die Forsythien und Osterglocken blühen, unser Garten ist mit Krokussen bunt gefleckt, die Vögel geben wieder Frühaufsteherkonzerte ... ach, da kommen Frühlingsgefühle hoch.
O.K., ich komme zur Sache!
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1*** Jahrestagung 2000 des Bundesverbands Mediation in Steyerberg
Die Jahrestagung 2000 des Bundesverbands Mediation e.V. findet statt in Steyerberg (bei Hannover) vom 26.-28. Mai.
Sie steht unter dem Motto "Sprudelnde Vielfalt in der Mediation" - und schon am Titel erkennt Ihr, dass der Verband eine lebendige Mischung der unterschiedlichsten Menschen und Meinungen bietet. Das Programm verspricht eine spannende Mischung aus Workshops, Info-Treffen, Markt der Möglichkeiten, Markt der Perlentauscher (was das ist? Na, hinfahren und selber gucken!) und vielem mehr...
Also keine "Wir sind die Besten"-Werbung sondern eher eine "Wie wir noch besser werden"-Veranstaltung! Deshalb sind wir ja dort auch Mitglied und in anderen Verbänden nicht (mehr) ;-)
Infos gibt's unter eMail mediation@t-online.de
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2*** Konflikt-Moderation = Konfliktmanagement = Mediation ????
Vor kurzem hatte ich einen "Kollegen" am Telefon (und er war nicht der erste), der mir darüber berichten wollte, dass er, der er seit einigen Jahren Moderationen für Unternehmen anbietet, "eigentlich schon immer auch Mediation gemacht" hat.
Auf meine Nachfrage, wie er dies denn gemacht habe, meinte er: "Na, ich habe denen gesagt, jetzt setzen wir uns mal zusammen und dann reden wir vernünftig darüber."
Im weiteren Gespräch wurde dann deutlich, dass er mit "vernünftig" meinte, dass die Menschen doch bitte ihre (natürlich heftigen negativen) Gefühle im Zaum halten sollten - "schließlich sind wir doch alle erwachsene Menschen" (einer meiner Lieblingssätze!).
Um meine Position gleich klar zu machen: Das obige Gespräch wird nach meiner Definition wahrscheinlich alles mögliche, nur keine Mediation!
Mediation - so wie wir sie verstehen und praktizieren - besteht im Wesentlichen aus zwei Punkten: Methode und Haltung.
Und genau darin unterscheidet sich Mediation wesentlich von den meisten Moderationstechniken und vielen anderen Formen des Konfliktmanagement (Therapeutische Begleitung, Schiedsverfahren, externer Machteingriff etc.).
Die Methode (das ist das was man "lernen" kann) heißt u.a.: Einfühlung geben, Selbstbehauptung fördern (Empowerment), Strukturen klären, Win-Win-Lösungen suchen. Hierunter fallen auch all die "Kommunikationstechniken" wie Aktives Zuhören, paradoxe Reaktionen, phasenspezifische Interventionen etc.
Die Haltung (das ist das was man nicht "lernen", aber entwickeln kann) heißt u.a.: Wertschätzung, Allparteilichkeit, Klientenzentriertes Arbeiten, Vertrauen in die Konfliktkompetenz der Beteiligten, Vertrauen in den Prozeß der Mediation.
Und gerade am Punkt der "Haltung" merkt man sehr schnell, ob jemand eine Mediation macht oder Moderation, Schlichtung, Konflikt-Beratung, Supervision o.a.
Ein Satz wie "Jetzt reden wir mal vernünftig miteinander" bedeutet im Endeffekt eine völlige Abwertung der Konfliktbeteiligten. Sind sie im Moment denn "unvernünftig"? Und was heißt das? Und wer bestimmt, was "vernünftig" heißt? Der sogenannte Mediator oder die Beteiligten?
Ich weiß, dass es viele "Naturtalente" gibt, die wahrscheinlich tatsächlich schon "immer Mediation" gemacht haben, wenn Sie Moderation, Supervision, Schlichtung o.ä. sagten - aber ich fürchte, es gibt auch einige, die gleiches eben nur dachten...
Wie sind denn Eure Erfahrungen mit diesem Thema?
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3*** Macht doch kostenlose Werbung für Euch! (Teil I)
Ich bin immer wieder überrascht, wie selten das eMail als Werbemedium genutzt wird - und damit meine ich nicht die anonymen "Spams", also Massenmails. Ich meine auch nicht diese schrecklichen VCF-Cards (elektronische Visitenkarte), die Ihr an alle eMail anhängen könnt und die dann nutzlos auf meinem Rechner rumliegen. Die liest sowieso keiner - ich zumindest nicht!
Ich meine folgendes: Es gibt bei den meisten eMailprogrammen eine Funktion, mit der Ihr kurze Texte an das Ende jeder Mail hängen könnt. Der Vorteil ist, dass diese Texte vom Leser quasi automatisch zumindest "überflogen" werden. Wenn Ihr also ein paar ansprechende Zeilen mit aktuellen Terminen, besonderen Angeboten, auf jeden Fall aber Eure Homepageadresse an Eure Mails hängt, bekommt Ihr Werbung zum Nulltarif!
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diesen Newsletter an Freunde und Bekannte per eMail "weiterleiten".
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4*** Regionale Branchenbücher. Kostenlose Werbung (Teil II)
Es gibt auch im Internet einen Trend zum "Regionalen". Die regionalen Branchenbücher schießen zur Zeit wie Pilze im warmen Sommerregen aus dem Boden. Der große Vorteil all dieser regionalen Branchenverzeichnisse ist, dass Ihr Euch meist kostenlos dort eintragen könnt. Ihr findet regionale Verzeichnisse z.B. auch bei vielen großen Suchdiensten und Webkatalogen.
Also, nix wie hin und kostenlos Werbung für Euch machen! Z.B. bei
www.msn.de/meinestadt/
www.dino-regional.de
Tip: Gebt einfach mal den Namen Eurer Stadt bzw. einer größeren Stadt in Eurer Nähe in einen Suchdienst ein. Viele Städte und Regionen haben mittlerweile gut besuchte Webseiten. Auch dort könnt Ihr Euch oft kostenlos eintragen lassen.
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5*** Immer auf dem neuesten Stand - Newsdog Frido
Es gibt mittlerweile eine Unmenge von Newslettern. Da die interessanten zu finden, ist nicht einfach und manchmal richtig Arbeit. Diese Arbeit erleichtert Ihr Euch mit Frido (www.frido.com), dem Newsdog vom Wochenblatt "DIE ZEIT". In einem übersichtlichen Menü könnt Ihr nach der flotten Online-Anmeldung Eure persönliche Newsletter-Mahlzeit zusammenstellen.
Der große Vorteil: Ihr braucht nicht mehr alle Newsletter einzeln zu bestellen und auch die Abmeldung läuft dann zentral über Frido. Sehr praktisch!
Also, hol die Zeitung Frido, wuff, wuff ...
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6*** Wie gut ist Eure Homepage? Kostenloser Homepage-Check
Endlich habt Ihr Eure Homepage im Netz, aber irgendwie tut sich nix bei den Besucherzahlen?
Vielleicht habt Ihr sie nicht (richtig) angemeldet? Fehlen wichtige Meta-Tags (was`n das??? Bitte im Mediations-Newsletter Nr. 1 nachlesen)? Ist Eure Homepage ungünstig aufgebaut oder blicken die Suchdienste vor lauter Frames nicht durch? Wird sie in den Suchdiensten überhaupt gefunden? Und auf welchem Platz?
Fragen über Fragen... Hier findet Ihr die Antworten!
Auf der Homepage von Fritz-Service (www.fritz-service.com - die Homepage ist eventuell umgezogen, es gibt aber eine automatische Weiterleitung) könnt Ihr Eure Homepage kostenlos durchchecken lassen. Lohnenswert!
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7*** Die mediative Anleitung zum Unglücklich-Werden
Schauplatz:
Eine berufliche Mediation zwischen einer Vorgesetzten und Ihrer Mitarbeiterin. Der Konflikt war "klassisch" nach dem Motto "Meine Vorgesetzte behandelt mich schlecht" bzw. "Meine Mitarbeiterin (so nennen Vorgesetzte ihre Untergebenen ;-) ist respektlos und akzeptiert mich nicht als Führungskraft".
Nachdem der Konflikt halbwegs geklärt war, sagte die Mitarbeiterin auf eine entsprechende Frage zu Ihrer Vorgesetzen: "Doch, ich akzeptiere und schätze sie als Vorgesetzte."
Und die Angesprochene darauf: "Das glaube ich Ihnen nicht!"
Damit hat sich die Frau Vorgesetzte natürlich ein nettes Problem angelacht!
Wie kann die Mitarbeiterin ihrer Vorgesetzten glaubhaft machen, dass sie sie schätzt, wenn diese es ihr nicht glauben will (die Betonung liegt auf "will"!) ?
Die Vorgesetzte schaufelt sich gerade Ihr eigenes (Beziehungs-)Grab und merkt es nicht mal.
Dieser Fall geschieht in Mediationen manchmal, und er ist natürlich ein Merkmal dafür, dass die Beziehung und die Selbstklärung der Beteiligten noch nicht beendet ist.
Er ist aber auch der klassische Ausdruck einer selffulfilling prophecy, also einer Vorhersage, die sich deswegen erfüllt, weil wir sie gemacht haben - und nicht weil sie "wahr" ist.
Wenn die Vorgesetzte davon ausgeht, dass Ihre Mitarbeiterin sie als Führungskraft für unfähig hält (und das war in diesem Fall so: Nicht dass die Mitarbeiterin das meinte, sondern dass die Vorgesetzte das glaubte!), dann ergibt sich mit hundertprozentiger Garantie eine Situation, in der genau das Vorhergesagte eintritt.
Derartige "Vorhersagen" machen wir dauernd: Immer wenn wir denken (!), jemand lügt, betrügt, ist unloyal, unkooperativ, aufsässig etc. pp., wird der/diejenige sich über kurz oder lang genau so verhalten, wie wir es "vorhergesagt" haben.
Diese Gedanken darüber, wie jemand ist (oder sein sollte) sind die perfekte Anleitung zum Unglücklich-Werden, denn sie "funktionieren" immer.
So wie diese hier:
Sie fragt ihn: Liebst Du mich?
Er (ohne zu zögern): Natürlich.
Sie: Liebst Du mich wirklich?
Er: Jaaa.
Sie: Bitte betrachte es ernsthaft. Liebst Du mich?
Er (nach reiflicher Überlegung): Ja!
Sie: Warum hast Du dann so lange gezögert?
(aus Dan Greenberg "How to make yourself miserable")
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8*** Die zehn größten Fehler, die Anwälte in der Mediation machen können.
Interessieren Euch die wirklich? Na gut...
Auf der - für alle des Englischen halbwegs mächtigen - unbedingt empfehlenswerten Homepage des Mediation Information and Ressource Center (MIRC) findet Ihr oben genannten Artikel (auf Englisch natürlich), der die Anwältinnen und Anwälte unter Euch darüber aufklärt, was man alles falsch machen kann. Aber bitte nicht den Kopf hängen lassen ... :-)
Darüber hinaus möchte ich die Homepage von MIRC, und vor allem die Artikelsammlung wirklich empfehlen. Hier seht Ihr in welchen Bereichen Mediation in den USA erfolgreich eingesetzt wird. Einige Artikel enthalten auch sehr wertvolle Hinweise für die eigene Praxis.
Zum Beispiel was man alles falsch machen kann ... ;-)
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9*** Kurznachrichten und Aktuelles
Mediationsverfahren geplant für den Ausbau der Schnellbahntrasse Hanau-Fulda (nachzulesen bei der Centrale für Mediation)
Wer auf die Idee kam, die Verhandlungen um den Ausbau des Frankfurter Flughafens eine Mediation zu nennen, weiß ich nicht (ich war`s nicht!). Einen sehr interessanten Artikel über die Ungereimtheiten und Schwierigkeiten dieses Verfahrens findet Ihre auch auf der Artikelseite der Centrale, und zwar hier.
© 2003 Institut Sikor
Letztes Update:
12.06.07
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