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***** Der Mediation-Newsletter Nr. 6 ********

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Dies sind Gratis-Informationen des

Göttinger Institut für Mediation GbR
Dresdener Str. 12 - 37085 Göttingen
Fon und Fax: 0551- 79 60 68
E-Mail: info@institut-sikor.de

 

 

Inhalt Mediation-Newsletter Nr. 6

 

1*** Aus aktuellem Anlaß: Mediation und Rechtsberatung

2*** Seminarbericht "Gewaltfreie Kommunikation" mit L. Reichler und B. Ronnefeldt

3*** Mediation bei Vergütungsverhandlungen

4*** Erfolgreich selbständig als Mediator (II)

5*** Als Führungskraft überleben oder Mediative Teamentwicklung

6*** Kurznachrichten und Aktuelles

7*** Der neueste Mediationsspruch aus den USA - frisch importiert

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Liebe Freunde und Kolleginnen,

Keine langen Vorreden, sondern gleich hinein ins mediative Getümmel.

 

Viel Spaß wünscht

Markus Sikor :o)

 

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1*** Aus aktuellem Anlaß: Mediation und Rechtsberatung

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Eigentlich gibt es zu diesem Punkt nur eines zu sagen : Mediation ist keine Rechtsberatung - schon dreimal nicht, wenn man (wie wir) klientenzentriert arbeitet. (Was natürlich auch bedeutet, dass wir unsere Klienten zur Rechtsberatung dahin schicken, wo sie hingehören, zu Juristinnen.)

 

Trotzdem haben viele Mediatoren (leider auch wir) immer wieder ihre Liebesmüh mit fleißigen und anscheinend beruflich unausgelasteten Juristen, die es für unerläßlich halten, Mediatoren eine Anzeige wegen unerlaubter Rechtsberatung ins Haus zu schicken.

 

Der aktuelle Anlaß für meine Zeilen ist eben ein solcher (Wirtschafts-)Mediator (Nicht-Jurist), der sich wegen eines Erfahrungsaustauschs zu diesem Thema an uns gewandt hat. Dieser Mediator hat zu allem Unglück gleich noch eine Abmahnung mit Unterlassungsbescheid (oder wie man das auch immer nennt) geliefert bekommen plus einer Rechnung über mehr als eintausend Deutsche Mark! Die Gegenseite verweigert sich jedem Gespräch und der genannte Mediator weiß nicht, wie ihm geschieht.

 

Ich hege im Moment nicht die angenehmsten Gefühle diesen Juristen gegenüber. Zum Glück kenne ich auch andere Exemplare der Spezies - der Mediation nahestehende, teilweise auch darin ausgebildete Anwälte, die den mediativen Gedanken sehr sinnvoll und unterstützenswert finden, und die nicht nur an die entgangenen Gebühren nach BRAGO denken.

 

Eine Frage nur läßt mich einfach nicht los: WARUM?

Was geht in einem Anwalt vor, der auf gut "Glück" - in allen mir bekannten Fällen gab es keinen konkreten Anlaß - Mediatoren eine Anzeige aufhalst.

 

Zum Abschluß dieses leidigen Themas: Newsletter-Leser Christoph Neukirchen hat mich auf einen interessanten Artikel dazu von Herrn M. Hehn hingewiesen, zu finden unter

http://www.ag-recht.de/umweltmediation/infobrief9909.htm#Akteulle

 

 

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2*** Seminarbericht "Gewaltfreie Kommunikation"

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Meine Ehefrau und Geschäftspartnerin (in dieser Reihenfolge ;o) Marianne hat eine Woche lang ein intensives Seminar zum Thema "Gewaltfreie Kommunikation" (nach Dr. M. Rosenberg) besucht. Ihren begeisternden Seminarbericht könnt Ihr auf unserer Homepage (www.institut-sikor.de/artikel.htm) nachlesen.

 

Wer sich für dieses Kommunikationstraining interessiert findet weitere Infos dazu auf der Homepage des Center for Nonviolent Communication http://www.cnvc.org

In (Nord-)Deutschland koordiniert Klaus-Dieter Gens in Berlin die Aktivitäten - auf der Seite von www.gewaltfrei.de findet Ihr aktuelle Seminartermine, u.a. auch mit Marshall Rosenberg.

 

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3*** Mediation bei Vergütungsverhandlungen

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Wenn Geschäftsführung und Betriebsrat über ein neues Vergütungssystem verhandeln, ist Streit vorprogrammiert. Der übliche Weg nach zähen und ergebnislosen Verhandlungen ist der Weg zur sog. Einigungsstelle.

 

Dort werden sich die Verhandlungspartner zwar nicht unbedingt "einig" - denn es wird ein Ergebnis durch Mehrheitsentscheid erzwungen - der Spaß kostet ein kleines Vermögen (bei den dort üblichen Tagessätzen wäre ich schon im Ruhestand ;o) und außerdem läßt die Tragfähigkeit eines solchen Ergebnisses in der Praxis zu wünschen übrig.

 

Das es auch anders, d.h. effektiver, wesentlich billiger und vor allem mit einem besseren Ergebnis geht, haben die Autoren Eyer und Redmann in dem Bericht "Wirtschaftsmediation: der Weg zum Ziel" im sog. "Report Vergütung" beschrieben.

 

Eine Online-Version findet Ihr unter www.symposion.de/verguetung/vg_38.htm

 

 

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4*** Erfolgreich selbständig als Mediator (II)

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Diesmal ein paar Punkte zum Thema Geschäfts-, Finanz- und sonstige Pläne. Auf dem Weg in die Selbständigkeit werdet Ihr unweigerlich mit diesen Themen in Berührung kommen. Meine Erfahrung mit diesen Plänen ist:

 

1. Sie sind ungeheuer hilfreich, klärend und absolut notwendig.

2. Wenn sie mal erstellt sind, ist es am besten, sie wieder zu vergessen.

 

zu 1.

Wenn Ihr meint, so was Schnödes wie einen Geschäfts- oder Finanzplan braucht Ihr nicht, dann fürchte ich, werdet Ihr in Zukunft ein paar Probleme bekommen. Mal abgesehen davon, dass Banken natürlich als erstes danach fragen, wenn Ihr als Existenzgründer mit Kreditanfragen zu ihnen kommt.

 

Für wichtiger halte ich allerdings das Argument, das die Erstellung solcher Pläne ungeheuer hilfreich ist, denn sie fokussieren Eure Aufmerksamkeit auf die - marktmäßig gesehen - wesentlichen Punkte: Was biete ich an? Wer braucht es? Und vor allem: Wieviel muß ich verdienen, um davon leben zu können?

 

Alles wichtige Fragen, oder? Eure Antworten darauf schreibt Ihr in den Business- bzw. Finanzplan. Wie so etwas erstellt wird? Dazu laßt Euch am besten von Fachmenschen beraten, es lohnt sich - vor allem wenn Begriffe wie Liquidität, Rentabilität, Fix- und variable Kosten, Cash-Flow eher böhmische Dörfer für Euch sind.

 

Als kleine Hilfestellung, die eine Beratung jedoch nicht ersetzt, findet Ihr unter

http://www.mediate.com/articles/bizplan.cfm

einen (englischen) Text zum Thema Businessplanung für Mediatoren.

 

zu 2.

Wenn Ihr dann stolzer Besitzer eines ausgedruckten Business- und Finanzplans seid, würde ich Euch empfehlen, ihn abzuheften und (vorerst) zu vergessen. Womit ich nicht meine, dass Ihr Euch in Zukunft nicht mehr mit "schnöden" Finanzzahlen oder Marketingplänen beschäftigen sollte - ganz im Gegenteil.

 

Der entscheidende Punkt bei (allen) derartigen Plänen ist: Die Daten, auf denen sie beruhen, sind entweder veraltet, geschätzt (also falsch) oder sowieso falsch (z.B. manipuliert, beschönigt etc). Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass keine einzige Zahl in unserem auf drei Jahre im voraus erstellten Geschäftsplan korrekt war. Und wer mir einen Plan zeigt, in dem das anders ist, dem spendiere ich einen Kasten Öko-Sekt.

 

Es gibt ein japanisches Sprichwort, das da lautet:

 

Wer über ein Jahr plant, den lacht der Teufel aus.

 

Mehr braucht man zum Thema "Pläne - Anspruch und Wirklichkeit" eigentlich nicht zu sagen.

Das Schlechteste das Ihr jetzt machen könnt, ist, überhaupt keine Pläne mehr zu machen. Es gibt wahrscheinlich nur einen Ausweg aus diesem Dilemma: Planen und gleichzeitig flexibel und offen bleiben - und auf Eure Intuition hören, die weiß meistens wo`s lang geht!

 

 

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diesen Newsletter an Freunde und Bekannte per eMail "weiterleiten".

 

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5*** Als Führungskraft überleben oder Mediative Teamentwicklung

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Führungskräfte haben`s schwer: Sie sollen Fach- und Sozialkompetenz beweisen, Mitarbeiterinnen motivieren, strategisch denken etc.pp. Manche Führungskräfte entwickeln aus dieser Überlastung heraus einen "Werde-hart-Führungsstil", für den sie ihre Vorgesetzten lieben und Ihre Mitarbeiter hassen.

Was dieser Führungsstil für die emotionale Gesundheit (und damit das Leistungsvermögen) von Führungskräften bedeutet, kann sich jeder selbst ausmalen.

 

Aber wo bleibt der Ausweg, wenn ihn jemand sucht? Ich bin allen Patentrezepten gegenüber sehr skeptisch und möchte hier nur eine Anregung geben, wie Ihr Teams so führen könnt, dass sich alle damit wohl fühlen.

 

Ich empfehle "Mediative Teamentwicklung" (der Begriff wurde von mir erfunden, hat aber noch kein Trademark und Ihr dürft ihn gerne weiterverwenden ;o)

Auf den einfachsten Nenner gebracht, lautet der Grundsatz der Mediativen Teamentwicklung:

 

Nehmt Eure Mitarbeiter als Menschen genauso wichtig, wie Ihr selbst als Mensch wichtig genommen werden wollt.

 

(Kommt Euch irgendwie bekannt vor? Alles schon zigmal gehört? Gratulation, aber WER MACHT ES?)

 

Was daran "mediativ", also konfliktlösend ist? Na, probiert diesen Vorsatz doch mal aus und dann werdet Ihr feststellen, was damit gemeint ist. Höchstwahrscheinlich werdet Ihr mit diesem Verhalten ein paar Konflikte erzeugen bzw. einige kalte Konfliktthemen auftauen.

Wenn eine ernstgemeinte Teamentwicklung jedoch nicht mit der Bearbeitung und konstruktiven Lösung von Konflikten einhergeht, dann nenne ich das keine Teamentwicklung sondern ein Seminar mit dem Thema "Wie lächle ich meinem Chef zu, auch wenn ich ihn am liebsten erwürgen würde".

 

Wollt Ihr Mitarbeiter, die sich so verhalten? Denkt Ihr, dass diese Mitarbeit motiviert, kreativ, zu vollem Einsatz bereit sind? Wenn ja, dann braucht Ihr nicht weiterzulesen.

 

Für alle anderen hier ein paar Gedankenanstöße in Frageform:

Ihr wißt (wahrscheinlich), wie es Euch in Eurem Job geht - wißt Ihr das auch von Euren Mitarbeitern?

Ihr wißt (hoffentlich), was Euch an Eurer Arbeit Spaß macht und was nicht - wißt Ihr das auch von Euren Mitarbeiterinnen?

Ihr wißt (garantiert), welches Verhalten Euch bei anderen stört - wißt Ihr auch, was Eure Mitarbeiter an Euch stört?

Na, produzieren diese Fragen ein paar kitzelige Löcher in Euren Führungsbäuchen? Gratulation - das ist ein sicherer Hinweis darauf, dass Ihr noch am Leben seid ;o)

 

Aber im Ernst: Habt Ihr vielleicht Bedenken, dass die Antworten auf diese Fragen eventuell ein paar klitzekleine Konflikte produzieren könnten? Könnte es eventuell sein, dass Ihr gerade deswegen diese Fragen noch nie Euren Mitarbeitern gestellt habt?

 

Und fragt Ihr Euch immer noch, warum ich das "Mediative Teamentwicklung" nenne?

 

 

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6*** Kurznachrichten und Aktuelles

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Einen Aufsatz über (u.a. juristische) Aspekte der Online-Mediation (s. auch Newsletter Nr. 2) findet Ihr unter http://www.juramail.de/hausarbeiten/brauns.html

Das Hamburger Institut für Mediation hat in Zusammenarbeit mit der Handelskammer Hamburg und der Hanseatischen Rechtsanwaltskammer eine Mediationsstelle für Wirtschaftskonflikte eingerichtet. Auf der HP der Centrale für Mediation könnter Ihr unter der Adresse

http://www.centrale-fuer-mediation.de/inf_in_rechtsprechung.htm

die Mediationsordnung lesen. Bei den vielen, vielen Paragraphen frage ich mich aber manchmal schon, wo da eigentlich die Mediation bleibt ;o)

Wer sich für das Thema Umweltmediation interessiert, findet unter

http://www.laum.uni-hannover.de/ilr/lehre/Ptm/Ptm_KoopMod.htm#vertiefung

einen sehr informativen Artikel von Dr. Dieter Kostka. Lesenswert!

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7*** Der neueste Mediationsspruch aus den USA - frisch importiert

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Mediators do it until everybody is satisfied!

 

Wenn das mal kein hoher Anspruch ist :o)))

 

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Bis zum nächsten mediativen Newsletter :o)

 

Herzliche Grüße

Markus Sikor

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