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***** Der Mediation-Newsletter Nr. 11 ****

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Dies sind Gratis-Informationen des Göttinger Instituts für Mediation. Die Inhalte unterliegen, soweit nicht anders angegeben, dem Copyright des Autors Markus Sikor. Eine Weitergabe zu nicht kommerziellen Zwecken sehe ich gerne, andere Nutzungen bitte ich mit mir abzusprechen.

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Dieser Newsletter geht an 430 Leserinnen und Leser.

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Inhalt Mediation-Newsletter Nr. 11

1 *** Die 10 Gebote der Mediation

2 *** Literatur für Mediatoren

3 *** In eigener Ausbildungs-Sache

4 *** Sind Mediatoren die "besseren" Menschen?

5 *** Ja oder Nein. Der Weg zur besseren Entscheidung

6 *** Kongreß Wirtschaftsmediation

7 *** Hier wartet Arbeit! Mediation und Outplacement

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Liebe Freunde und Kolleginnen,

 

Heute schon gestritten?

Nein?

Heute schon einen Konflikt angesprochen - mit der Partnerin, dem Kollegen, der Vorgesetzen, dem Busfahrer?

Nein?

Warum nicht?

Aus Angst vor den Folgen?

Aus Angst vor den Reaktionen der anderen?

Aus Angst vor der Meinung anderer?

Aus Angst vor den eigenen Emotionen?

Aus Angst vor den Emotionen der anderen?

 

Ist Angst eine gute Grundlage für Deine Entscheidungen?

 

Siehe dazu auch Punkt 5.

 

Einen nachdenklichen Newsletter wünscht

Markus Sikor

 

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1 *** Die 10 Gebote der Mediation

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Wer ist nicht manchmal in der Verlegenheit, kurz und bündig erklären zu müssen, was Mediation ist, welche Voraussetzungen es gibt etc. Auf der folgenden Website findet Ihr die "10 Gebote der Mediation" (aus "Psychologie heute", ideologisch also völlig unbedenklich ;o)

Kurz und informativ:

http://www.learn-line.nrw.de/angebote/umweltgesundheit/medio/hinter/konflikt/mediat/medi_02.htm

 

Auf der gleichen Homepage findet Ihr auch gute allgemeine Informationen zur Mediation unter

http://www.learn-line.nrw.de/angebote/umweltgesundheit/medio/hinter/konflikt/mediat/in_medi.htm

 

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2 *** Literatur für Mediatoren

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Der Bücher gibt es viele, der guten weniger: Eine kommentierte Literaturliste zur Mediation findet Ihr ..., ja, auch auf unserer Homepage.

Aber ich meinte nicht unsere (ehrlich :o)), sondern die hier, umfangreich, kommentiert und ... universitär!

http://psyiii24.uni-muenster.de/www.AEBromme/KSKListe.html

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3 *** In eigener Ausbildungs-Sache

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Die Intensiv-Ausbildung Mediation 2001 für Führungskräfte, Trainer- und BeraterInnen mit Schwerpunkt Team- und Wirtschaftsmediation. Inklusive "Supervision-on-the-Job". 130 Zeitstunden. Beginn September 2001. Diese Ausbildung erfordert Vorkenntnisse.

Das Studienprogramm zur Beruflichen Fortbildung Mediation an der Universität Göttingen. Offen für alle Berufsgruppen. Es werden keine Vorkenntnisse vorausgesetzt. 200 Zeitstunden. Beginn Mai 2001. Fortbildung findet statt, noch sind Plätze frei.

Beide Ausbildungen orientieren sich an den Ausbildungsstandards des Bundesverbands Mediation e.V. und werden mit einer Abschlußarbeit und einem Zertifikat abgeschlossen.

Hier gibt es mehr Informationen: http://www.institut-sikor.de/seminare.htm.

 

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4 *** Sind Mediatoren die "besseren" Menschen?

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Neulich hatte ich ein Telefongespräch mit einem Anwalt (zu einem, wie könnte es anders sein, eher unerfreulichen Thema), an dessen Ende ich mich bei ihm bedankte, dass er mir eine ganze Weile zugehört hat und ich ihm meine Sicht der Lage schildern konnte. Sein Kommentar auf meinen Dank war: "Denken Sie eigentlich, Anwälte können nicht zuhören, oder warum sagen Sie das?"

Da ich mich nicht erinnern konnte, dies angedeutet zu haben, habe ich noch mal betont, dass ich mich nur für seine Aufmerksamkeit bedanken wollte und keine Hintergedanken dabei gehabt hätte. Da hat er es dann anscheinend geglaubt und wir konnten das Gespräch relativ "sanft" beenden.

Dieses Gespräch hat mich nachdenklich gemacht. Könnte ein Teil der Ablehnung, die nicht-anwaltliche Mediatoren durch manche Anwälte erfahren, auch daran begründet sein, dass sie (die Anwälte) den Eindruck haben, die Mediatoren fühlten sich als die "besseren Menschen"? Und vermitteln und bestärken wir Mediatoren nicht wirklich manchmal diesen Eindruck? Schon indem wir daran festhalten, dass Mediation eine "bessere" Art der Konfliktlösung sei, quasi humaner, menschlicher, fortschrittlicher. Ist es nicht sogar verständlich, wenn Juristen sich durch diese implizite Abwertung angegriffen fühlen?

Ich denke, wir nicht-anwaltlichen Mediatoren sollten das Kinde nicht mit dem Bade ausschütten. Die juristische Konfliktlösung in einem Rechtsstaat war und ist ein großer zivilisatorischer Fortschritt gegenüber dem Faustrecht früherer Zeiten. Ich bin auch der Ansicht, dass Mediation eine neue und sehr wünschenswerte Qualität der Konfliktlösung bietet. Dennoch haben beide Verfahren ein Anrecht auf Gültigkeit und Respekt. Natürlich gibt es manche Unvereinbarkeiten zwischen dem mediativen und dem juristische Denken, ich nenne nur das Täter-Opfer-Denken versus Konfliktpartner, das Denken in Ansprüchen gegenüber dem in Interessen und Bedürfnissen etc.

Wenn Mediation einen hilfreichen Beitrag auf dem Weg zu einer menschlicheren Gesellschaft leisten möchte, dann wird sie das sicher nur in einer konstruktiven Einbeziehung juristischer und anderer außergerichtlicher Verfahren erreichen.

 

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5 *** Ja oder Nein. Der Weg zur besseren Entscheidung

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Wer lebt und arbeitet, wird Entscheidungen treffen. Schon kurz nach dem Aufwachen heute früh, "mußte" ich mich entscheiden: Aufstehen oder Liegenbleiben (habe nämlich gerade Urlaub)? Schwierige Entscheidung ;o)

Im Ernst: Ich treffe am Tag wahrscheinlich Hunderte von Entscheidungen. Und dann lief mir das Buch von Spencer Johnson (Autor von "Der Minuten-Manager") "Ja oder Nein. Der Weg zur besten Entscheidung" über den Weg und ich habe mich entschieden (sic!) es zu lesen.

Der Titel ist leider schon falsch - aber das ist ja bei Büchern nichts Neues. Die Verlage scheinen es nicht für wert zu halten, ihre Produkte auch zu lesen und zu verstehen (langfristig eventuell eine falsche Entscheidung). Es geht Spencer Johnson nämlich nicht um die "beste" Entscheidung, sondern um "bessere" Entscheidungen - dieser Unterschied ist wesentlich.

Oft treffen wir Entscheidungen halbherzig oder gar "halbhirnig" (neues Wort für Euren Duden!). Johnson hat ein kurzes, praktisches und effektives Fragesystem entworfen, um Verstand und Gefühl gleichermaßen am Entscheidungsprozeß zu beteiligen, und so zu besseren Entscheidungen zu kommen. (By the way: Wenn Ihr auf der Suche nach der "besten" Entscheidung seid, ... mein ehrliches Beileid, es gibt wenig lebensfeindlichers als Perfektionismus.)

Das Vorgehen ist einfach (s.u.), drei Fragen für die Bereiche Verstand und Gefühl. Aber wie so manches, was auf den ersten Blick einfach erscheint, liegt der liebe Teufel in der praktischen Anwendung. Also, nicht nur lesen, sondern ausprobieren!

 

So funktioniert`s:

"Ja" oder "Nein". Der Plan für eine bessere Entscheidung (nach Spencer Johnson)

 

Ich setze meinen Kopf ein bei den praktischen Fragen:

 

Werde ich den Notwendigkeiten gerecht?

Informiere ich mich über die Alternativen?

Durchdenke ich alles gründlich?

 

"Ja" oder "Nein"

 

Ergänzende Fragen:

Ist es etwas, was ich mir wünsche oder was ich wirklich brauche (eine Notwendigkeit)?

Welche Informationen brauche ich? Habe ich mir Alternativen überlegt?

Wenn ich "x" täte, was würde geschehen? Und was dann? Und dann?

 

Ich ziehe mein Herz zu Rate bei den persönlichen Fragen:

 

Zeigt meine Entscheidung:

Ich bin ehrlich mit mir selbst,

ich vertraue auf meine Intuition,

ich habe ein gutes Selbstwertgefühl?

 

"Ja" oder "Nein"?

 

Ergänzende Fragen:

Sage ich mir selbst die Wahrheit?

Fühlt es sich richtig an?Wie würde ich mich entscheiden, wenn ich keine Angst hätte?

Was würde ich tun, wenn ich Besseres verdiente?

 

Bei "Ja" mache ich weiter, bei "Nein" überlege ich noch einmal.

Was ist meine bessere Entscheidung...

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Das Buch dazu: Spencer Johnson, "Ja oder Nein. Der Weg zur besten Entscheidung", Rowohlt, 1995.

 

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6 *** Kongreß Wirtschaftsmediation

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Rolf A. Schulz, Mediator aus Falkenberg, hat mich auf folgende Veranstaltung hingewiesen:

Wirtschaftsmediation Kongreß in Klagenfurt (erste Maiwoche). Info unter

http://mediation.uni-klu.ac.at/egm2001/mediation.html

Herzlichen Dank, Rolf!

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7 *** Hier wartet Arbeit! Mediation und Outplacement

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Als ich das erste Mal den Begriff "Outplacement" gehört habe war mein erster Gedanke: Tolles Refraiming für eine saftige Entlassung, äh... Freisetzung ;o)

Dann habe ich Jutta Boenig kennengelernt, Mediatorin und Outplacementberaterin, und sie hat mich für ihre Sichtweise des Outplacementprozesses begeistert.

Klar ist: Unternehmen rechnen wirtschaftlich, Einstellungen und Entlassungen von Menschen gehören dazu. Auch klar ist: Der Verlust des Arbeitsplatzes hat für die Betroffenen weit mehr negative Konsequenzen als nur finanzielle: Der Verlust der sozialen Kontakte, der Verlust eines Stücks eigener Identität, die Abwertung durch die Gesellschaft ...

Mittlerweile haben aber auch viele Unternehmen erkannt, dass eine "harte" Entlassung auch für die Restmannschaft schwerwiegende negative Folgen nach sich zieht. Ein Klima der Angst hält Einzug, die Dagebliebenen werden vorsichtig, die Kreativität, Leistungsbereitschaft und Arbeitsfreude sinkt oft rapide, manche sehen sich "vorsichtshalber schon mal nach einer sichern Stelle um" usw.

In dieser schwierigen Phase bietet sich eine kombinierte Outplacementberatung und (Team-)Mediation an, um negative Entwicklungen aufzufangen. Die Mediation mit den betroffenen Menschen und Teams vermag für die "schwierigen Gespräche" einen sicheren und konstruktiven Rahmen zu bieten. Die Outplacementberatung unterstützt die Menschen bei der Suche nach der neuen eigenen Identität, sie schafft Raum für die eigene Vision und unterstützt bei der konkreten Arbeitsuche.

Ich denke, dass dieser Bereich sich auch für Mediatoren als Arbeitsbereich anbietet. Wer fit in Mediation ist, für das Thema Outplacement aber noch Weiterbildungsbedarf hat, kann sich an Frau Boenig wenden. Sie bietet im Mai 2001 eine sechstägige Fortbildung für Outplacementberatung an. Infos unter Tel. (07545) 911359, Fax (07545) 949 648, E-Mail boenig@onlinehome.de

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Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit!

Eine schöne Zeit bis zum nächsten Mediation-Newsletter wünscht Euch

Markus Sikor :o)

 

 

Göttinger Institut für Mediation

Dresdener Str. 12 - 37085 Göttingen

Fon und Fax: 0551-796068

Email: info@institut-sikor.de

http://www.institut-sikor.de