Gewaltfreie Kommunikation - Das Modell
Die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg |
Grundlagen
Aufbauend auf den Erkenntnissen der humanistischen Psychologie Carl Rogers entwickelte Dr. Marshall Rosenberg in den 70er Jahren das Modell der Gewaltfreien Kommunikation. Sie wird in vielen Ländern erfolgreich eingesetzt, um in Konflikten zu vermitteln und die Bereitschaft zur Kooperation zu fördern.
Worum geht es dabei? Sicher kennen Sie folgende Situation: Wenn Menschen etwas tun, was uns nicht gefällt, möchten wir, dass sie sich ändern. Dabei greifen wir oft auf eine der folgenden Verhaltensweisen zurück:
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Dabei richten wir unsere Aufmerksamkeit also darauf, was andere falsch machen bzw. was "verkehrt" an ihnen ist. Der Ausgangspunkt all dieser Verhaltensweisen ist eine negative Bewertung der anderen Person oder ihres Verhaltens. Die Reaktion darauf ist meist Widerstand und Abwehr.
In der Gewaltfreien Kommunikation richten wir unsere Aufmerksamkeit dagegen darauf, was uns wichtig ist und vermeiden in der Kommunikation alles, was beim Gegenüber als Bewertung, Beschuldigung, Kritik oder Angriff ankommen könnte - daher die Bezeichnung "gewaltfreie Kommunikation".
Ein Beispiel
Stellen Sie sich vor, Sie haben einen lustigen Grillabend auf Ihrer Terrasse. Nehmen wir weiter an, Ihr Nachbar klingelt an Ihrer Haustür und sagt aufgebracht zu Ihnen:
"Wissen Sie nicht, dass Grillen hier nur Samstags erlaubt ist. So was Unsoziales wie Sie habe ich noch nicht erlebt!"
Wie würden Sie wohl reagieren? Meinen Sie, dass Sie freiwillig und gerne auf die Wünsche Ihres Nachbarn eingehen würden? Wohl kaum - ein derartiger Satz würde bei den meisten Menschen eher Widerstand und eine heftige Gegenreaktion auslösen. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass dieses Gespräch mit zwei zufriedenen Menschen endet.
Nun stellen Sie sich vor, auch wenn es Ihnen bei Ihrem Nachbarn vielleicht schwer fällt, er würde bei Ihnen klingeln und stattdessen sagen:
"Der Rauch von dem Grill zieht zu uns in den Garten. Ich bin unruhig, weil ich Entspannung brauche und gerne einen gemütlichen Abend im Garten hätte. Wären Sie bereit, Ihren Grill woanders hinzustellen."
Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie nun ohne Widerstand oder Gegenangriff reagieren, ist wesentlich höher. Es besteht die Chance, dass das Gespräch zu einem Ziel führt, mit dem alle Beteiligten zufrieden sind.
Gewaltfreie Kommunikation = Konzentration auf das, was einem wichtig ist
Im letzten Beispiel hat sich Ihr Nachbar auf das konzentriert, was ihm wichtig ist, nämlich die Erfüllung seines Bedürfnisses nach Ruhe und Ungestörtheit in seinem Garten. In der gewaltfreien Kommunikation versuchen wir, die Aufmerksamkeit auf die eigenen Bedürfnisse zu lenken - statt auf die Bewertung anderer Menschen - und benutzen dazu (anfangs) ein 4-Stufenmodell.
Das 4-Stufenmodell der Gewaltfreien Kommunikation
Wenn uns etwas nicht gefällt, sagen wir der anderen Person ...
1. Was wir beobachten - ohne Bewertung.
2. Wie es uns geht (Gefühl).
3. Was wir brauchen (Bedürfnis).
4. Was der andere tun/sagen kann, unser Bedürfnis zu erfüllen (konkrete Bitte).
Damit ist der Kommunikationsprozess natürlich nicht zu Ende. Die andere Person wird darauf reagieren. Unabhängig davon, was die andere Person sagt oder tut, konzentrieren wir uns auf die dahinter stehenden Gefühle und Bedürfnisse. Daraus ergibt sich die sog.
Schleife der Verständigung der Gewaltfreien Kommunikation
Ausdrücken was mich bewegt und was ich möchte (Selbstbehauptung) - und Empathisches Zuhören, wie es der anderen Person geht und was sie möchte (Einfühlung). Diese beiden Prozesse bilden das wesentliche Merkmal der Gewaltfreien Kommunikation.
Dabei geht es weder darum die eigenen Bedürfnisse hinten an zu stellten, noch die Bedürfnisse anderer Menschen zu unterdrücken: Marshall Rosenberg hat das einmal so ausgedrückt: "Das Ziel dieses Prozesses ist der Ort, an dem alle Bedürfnisse erfüllt sind."
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Letztes Update:
12.06.07
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